Barendorf - Nicht jeder kann Milch, Jogurt oder Quark problemlos genießen. Einige Menschen leiden kurz nach dem Verzehr von Milchprodukten unter Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall. " Häufiger Grund ist eine Laktose-Intoleranz. Der Körper kann keinen Milchzucker vertragen ", sagt Heinz Jarmatz, Mitglied des Bundesvorstands des Deutschen Hausärzteverbandes.

Laktose-Intoleranz wird durch ein fehlendes Verdauungsenzym ausgelöst. Dadurch kann der Milchzucker nicht komplett verdaut werden. Laktose-Intoleranz gilt als eine der häufi gsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Laktose ist in vielen Milchprodukten zu fi nden. " Deshalb macht sich die Intoleranz nicht nur beim Trinken von Milch bemerkbar, sondern unter Umständen auch dann, wenn man Rohmilchkäse oder Schokolade verzehrt ", sagt Jarmatz. Zudem befinde sich Milchzucker häufig in Fertiggerichten.

Nicht in jedem Fall muss sich die Unverträglichkeit mit allen Symptomen bemerkbar machen. Manchmal treten nur Bauchschmerzen auf, die man schwierig einordnen kann. Auch geruchsarme Durchfälle können auf eine Laktose-Intoleranz hindeuten.

Die Unverträglichkeit von Milcheiweiß muss nicht von Geburt an vorhanden sein. Sie kann auch im Laufe des Lebens plötzlich auftreten. " Deshalb sollte man einem Verdacht immer nachgehen ", rät Jarmatz. Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt. Er könne mithilfe einer Blutzuckeruntersuchung eine Laktose-Intoleranz nachweisen. Zudem könne eine Diät, bei der über mehrere Tage auf Milchprodukte verzichtet wird, Klarheit bringen. Machen sich dann keine Beschwerden bemerkbar, ist eine Milchzuckerunverträglichkeit wahrscheinlich. Eine Laktose-Intoleranz kann nicht therapiert werden, deshalb ist eine Ernährungsumstellung der einzige Ausweg. Milchprodukte sollten gemieden werden, allerdings könnten spezielle laktosefreie Milchprodukte verzehrt werden.