München - Vor allem bei Kindern im ersten Lebensjahr können Durchfallerkrankungen zu hohen Flüssigkeitsverlusten führen, die auch lebensgefährliche Folgen haben können. Darauf weist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte ( BVKJ ) angesichts der zurzeit in Deutschland grassierenden Magen-Darm-Infektionen hin.

Die Praxen sind im Moment sehr voll. Viele Kinder klagen über Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und nicht selten auch hohes Fieber. Und es sind nicht nur die so genannten Noroviren, die sich über Kindereinrichtungen in den Familien verbreiten. Auch die Zahl der Infektionen mit dem Rotavirus nimmt in der kalten Jahreszeit zu.

Vor allem bei den ganz Kleinen sind wässrige, übel riechende Durchfälle typisch für eine Rota-Erkrankung. Die Kinder verlieren dadurch große Mengen an Flüssigkeit und Mineralien. " Eltern sollten beim geringsten Verdacht sofort den Kinderarzt aufsuchen, um einer drohenden Austrocknung des kleinen Körpers zuvorzukommen ", warnt Dr. Ursel Lindlbauer vom BVKJ in München.

Um sich vor Infektionen mit den grassierenden Magen-Darm-Viren zu schützen, empfiehlt der Ärzteverband auf besondere Hygienemaßnahmen zu achten. " Diese Viren sind äußerst resistent und bleiben zum Beispiel auch an Türklinken längere Zeit vermehrungsfähig. Wir empfehlen daher gründliches Händewaschen nach jeder Benutzung der Toilette. Oft reicht einfache Seife nicht aus, um die Viren abzutöten. Der Einsatz von Desinfektionsmitteln zur Reinigung von Händen, Toiletten, Waschbecken und Türklinken kann durchaus helfen, die Übertragung der gefährlichen Erreger zu verhindern ", rät Dr. Ursel Lindlbauer.

Im Gegensatz zu den Noroviren, gegen die es weder Medikamente noch einen Impfstoff gibt, kann man sich vor einer Infektion mit dem Rotavirus durch eine Impfung schützen. Die Kosten dafür betragen zirka 170 Euro. Sie werden von den gesetzlichen Kassen in Deutschland nicht erstattet.

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