Berlin - Mit dem Schulalltag sind die Läuse wieder auf Kinderköpfen unterwegs. Durch den engen Kontakt der Kinder haben es die Parasiten leicht, von Kopf zu Kopf zu krabbeln. Kopfläuse an sich sind harmlos, aber lästig und verursachen beim Blutsaugen einen starken Juckreiz. Ständiges Kratzen am Kopf und rote Punkte im Nackenbereich, die Stichstellen verraten, können Hinweise auf Lausbefall sein. Bei solchen Anzeichen müssen die Haare mit einem Nissenkamm auf Läuseeier und Läuse untersucht werden. Sind tatsächlich Läuse da, muss sofort gehandelt werden. In Apotheken gibt es verschiedene gut wirksame Mittel.

Gegen die Plagegeister wirken Insektizide am besten. Nach einer EU-Verordnung darf der Wirkstoff Lindan, ein Nervengift, aber nur noch bis Ende 2007 in Arzneimitteln verwendet werden, wie die Stiftung Warentest mitteilt. Die Aufnahme über die Kopfhaut ist bei Kindern vergleichsweise hoch. Deshalb wird das Aufbringen zeitlich begrenzt. Die Therapie sollte unter ärztlicher Aufsicht stehen. Solche Mittel sollten nicht auf Schleimhäute gelangen.

Pyrethrumextrakt ( Crysantheme ) ist zur Läusetherapie geeignet und gut verträglich. Der Wirkstoff Permethrin verbleibt länger in Haar und Kopfhaut, erhöht dadurch das Risiko für Nebenwirkungen und Resistenzbildung. Auch das synthetische Permethrin sollte bei Kopfläusen nur kurzfristig eingesetzt werden. Allethrin ist ebenfalls ein Pyrethroid. Als Spray ist es wegen möglicher unkontrollierter Vernebelung und Asthmaanfällen bei Allergikern umstritten.

Kleidung heiß waschen

Da die Eier der Kopfläuse erst nach vier Tagen ein Nervensystem entwickeln, bleiben Insektizide in dieser Zeit ohne Wirkung. Daher sollten man nach acht bis zehn Tagen eine zweite Behandlung ansetzen.

Alternativen zu Insektiziden bieten ( kokos- ) ölhaltige Mischungen oder verdünnte Essigsäure beim Ausspülen. Dazu Haare mit lauem Essigwasser ( 3 Esslöffel Essig auf 1 Liter Wasser ) mehrfach spülen, dann mit Nissenkamm auskämmen. Es kann aber Stunden dauern, bis alle Nissen und Läuseeier entfernt sind. Haushaltsessig ( 5 Prozent ) mit Wasser 1 : 1 gemischt, vertreibt Läuse nach acht Tagen. Stets eine Stunde einwirken lassen. Nach einer Behandlung sollten die Haare anfangs täglich und bis zu einem Monat wöchentlich auf Nissen und Läuse untersucht werden.

Bettwäsche, Handtücher und Kleidung sind bei 60 Grad Celsius zu waschen. Kleidung und Wäschestücke sowie Kuscheltiere, die nicht bei 60 Grad Celsius waschbar sind, können entweder für 24 Stunden bei minus 18 Grad Celsius im Gefrierschrank gelagert oder mit warmer trockener Luft von mindestens 45 Grad Celsius 60 Minuten zum Beispiel im Backofen behandelt werden. Außerdem : Kämme, Bürsten, Haarspangen nach jedem Gebrauch mit heißem Wasser reinigen. Polster, Teppichböden und Autositze mit einem Staubsauger absaugen – die Staubsaugertüte danach entsorgen. Bei glatten Böden reicht feuchtes Wischen.