Essen - Pegeln sich bei Schilddrüsenpatienten trotz regelmäßiger Einnahme eines Thyroxinpräparates die Hormonwerte nicht ein, können Magenprobleme die Ursache sein. " Eine Studie der Universität Rom zeigt, dass eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori die Aufnahme des Schilddrüsenhormons Thyroxin beeinträchtigt ", sagt Professor Jörg Mahlstedt, Vorsitzender des Berufsverbands Deutscher Nuklearmediziner.

Thyroxin-Tabletten werden Patienten verschrieben, bei denen die Schilddrüse nicht mehr arbeitet oder entfernt wurde. " Das Hormon wird im Dünndarm aufgenommen, benötigt dafür aber ein saures Milieu ", so Mahlstedt. " Das Helicobacter-Bakterium stört allerdings die Säureproduktion. " Die Folge ist, dass der Patient bis zu 40 Prozent mehr Thyroxin einnehmen muss, damit sein Hormonspiegel stimmt.

" Schilddrüsenpatienten, bei denen eine Therapie trotz regulärer Hormoneinnahme nicht anschlägt, sollten sich deshalb auf Helicobacter pylori testen lassen ", rät Prof. Jörg Mahlstedt.

Wird das Bakterium oder eine vergleichbare Magenerkrankung diagnostiziert, kann der Arzt reagieren und die vorgesehene Hormonmenge anheben. " Wichtig ist, dass sich die Patienten bewusst machen, dass sie nicht kränker sind, weil sie mehr einnehmen müssen. Bei ihnen wird lediglich weniger Hormon vom Körper aufgenommen ", sagt der Mediziner.