Berlin - Beim Kauf von Wildpilzen ist derzeit Vorsicht geboten. Häufig sind sie schon alt, verschimmelt oder verfault und deshalb nicht mehr zum Verzehr geeignet. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Stichprobenuntersuchung der Verbraucherzentrale Niedersachsen bei Pfi fferlingen und Steinpilzen.

Direkt nach dem Kauf testete Pilzexperte Georg Müller von der Gesellschaft für Mykologie 29 verschiedene Pilzproben aus 23 Einkaufsstätten auf Frische und Qualität.

Ergebnis : Bei den Steinpilzen waren alle fünf Proben hochgradig verdorben, teils verströmten sie schon einen fauligen Geruch. Dabei war es egal, ob die Steinpilze auf dem Wochenmarkt oder im Gemüsefachgeschäft gekauft wurden. Bei den Pfi fferlingen war das Ergebnis nicht ganz so schlimm. Bei sieben der 24 Pfi f- ferlingsproben lag die Beanstandungsprobe " nur " zwischen drei und zehn Prozent. Allerdings handelte es sich bei den Mängeln nicht um Bagatellen, sondern um angeschimmelte, verschimmelte, angefaulte, verfaulte oder schmierige Exemplare. Bei 14 Proben lag die Beanstandungsquote zwischen 20 und 50 Prozent – viel zu hoch, um noch von einem akzeptablen Produkt sprechen zu können. Und bei einer Probe lag die Beanstandungsquote bei etwa 60 Prozent.

Die Pilze, die auf dem Markt gekauft wurden, waren im Schnitt nicht besser als diejenigen aus Supermärkten oder Discountern. Auch zwischen lose angebotener und verpackter Ware zeigten sich keine nennenswerten Qualitätsunterschiede. Beanstandet wurde auch die Lagerung der beliebten Wildpilze. Wenn sie nicht sofort verzehrt werden, müssen sie locker liegend zum Beispiel im Gemüsefach gekühlt werden, denn Kühlung verlangsamt den Verfall.