München - Viele Kinder verbringen trotz des guten Wetters einen Großteil ihrer Sommerferien vor dem Fernseher. Das Sitzen vor der Flimmerkiste ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht höchst bedenklich. " Durch die Bewegungsarmut beim Fernsehen verbrennen viele Kinder nicht die Energie, die sie durchs Essen aufnehmen ", sagt Hildegard Debertin, Generalsekretärin der Stiftung Kindergesundheit. Nicht selten würden dann die Pfunde wuchern.

Rund 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren haben bereits Übergewicht oder Fettsucht. Etwa vom zwölften Lebensjahr an bleibt eine solche Störung mit großer Wahrscheinlichkeit auch im Erwachsenenalter bestehen.

Häufig geht das Sitzen vor der Glotze auch mit zusätzlichem Essen einher. " Das Fernsehen lenkt so sehr ab, dass man keinen Überblick über die Mengen hat, die man isst ", erläutert die Ökotrophologin. Beim Nebenbeiessen greifen viele Kinder auch zu ungesunden und kalorienreichen Nahrungsmitteln. " Dies wird häufig durch das einseitige Bild von Ernährung verstärkt, das im TV vermittelt wird ", sagt Debertin. Denn viele Sendungen und Werbespots machen Kindern Appetit auf Sachen wie Chips, Schokolade und Softdrinks.

Kinder und Eltern sollten deshalb nur am Tisch essen und möglichst viele Mahlzeiten gemeinsam einnehmen. In puncto Flimmerkiste gelte : Kein Fernsehen beim Essen. Kein Essen beim Fernsehen. " Sollte dies schwer durchzuhalten sein, gibt es auch sinnvolle Kompromisse ", sagt die Ernährungswissenschaftlerin. Zunächst sei es hilfreich, keine Chips- oder Cola-Vorräte im Haus zu haben. Stattdessen könne man für zwischendurch Obst oder Gemüse mit Dips anbieten, so die Generalsekretärin der Stiftung Kindergesundheit.