Berlin - Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut ( RKI ) hat im Januar ihre Impf-Empfehlungen ergänzt : Die bislang empfohlene Auffrischung gegen Tetanus und Diphtherie im Alter von fünf bis sechs Jahren soll nun mit einer Pertussis-Impfung kombiniert werden. Bislang wurde die Keuchhusten-Impfung für Säuglinge im Alter von 2, 3 und 4 Monaten sowie im Alter zwischen 11 und 14 Monaten empfohlen, eine Auffrischung war zwischen 9 und 17 Jahren vorgesehen. Diese Termine werden auch weiterhin empfohlen.

Anlass der veränderten Impf-Empfehlung ist die steigende Anzahl von Keuchhusten-F ällen bei Schülern. Nach Angaben der STIKO wurden 1990 in den neuen Bundesländern noch 90 Prozent aller Erstklässler gegen Keuchhusten geimpft. Mitte der 90 er Jahre sank die Rate auf 75 Prozent. Seit drei Jahren beobachtet die Kommission einen erneuten Anstieg der Erkrankungen, besonders bei 5- bis 15-J ährigen. Auffällig sei, dass in Sachsen weniger Kinder an Keuchhusten erkranken. Dies könne damit zu erklären sein, dass die dort bereits seit 1998 empfohlene Auffrischimpfung im Vorschulalter bei 65 Prozent der Kinder umgesetzt werde, hieß es bei der STIKO.

Der Impfschutz hält etwa zehn Jahre lang. Weil Jugendliche und Erwachsene dann wieder neu infizierbar sind, wird auch Frauen mit Kinderwunsch eine Impfung gegen Keuchhusten empfohlen, sofern sie nicht ausreichend immun sind. Falls dies nicht vor der Empfängnis erfolgt, sollte die Mutter in den ersten Tagen nach der Geburt ihres Kindes geimpft werden, um das Neugeborene zu schützen. Auch enge Kontaktpersonen wie Eltern, Geschwister, Tagesmütter oder Babysitter sollten laut STIKO möglichst vier Wochen vor der Geburt des Kindes eine Dosis Pertussis-Impfstoff erhalten.

Auch vor oder nach der Schwangerschaft

" Eine Empfehlung zur generellen Impfung von Erwachsenen ist damit zwar nicht verbunden, doch sollte für Personal in Einrichtungen der Pädiatrie, der Schwangerenbetreuung und der Geburtshilfe sowie in Kindertagesstätten und Kinderheimen ein ausreichender Immunschutz gegen Pertussis selbstverständlich sein ", meint Dr. Hanna Oppermann vom Arbeitskreis Impfen in Sachsen-Anhalt.

Der Keuchhusten ähnelt am Anfang einer Erkältung mit Husten, geht nach ein bis zwei Wochen jedoch in krampfartige Hustenanfälle und Atemnot über. Der Erreger, das Bakterium Bordetella pertussis, wird beim Niesen oder Sprechen durch Tröpfcheninfektion übertragen und kann mit einem Antibiotikum behandelt werden. Vor allem bei Säuglingen und asthmakranken Kindern könne die Krankheit zu schweren Komplikationen führen.

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