Berlin - Draußen herrscht schmuddeliges Winterwetter. Kälte kriecht den Körper hoch. Wer jetzt nach Hause kommt, kann sich mit einem Fußbad verwöhnen. " Richtig angewandt, ersetzt ein ansteigendes Fußbad ein komplettes Vollbad ", berichtet Apothekerin Katharina Zeh aus Berlin. Zudem ist es schneller und preiswerter als das Bad in der großen Wanne.

Beim so genannten ansteigenden Fußbad baden die Füße in bis zu 43 Grad Celsius heißem Wasser. Der Trick, um die hohen Temperaturen zu erreichen : " Zu Beginn ist das Gefäß – ein Bottich oder Eimer – nur knöchelhoch mit lauwarmem Wasser gefüllt. Hier hinein kommen die möglichst bereits leicht vorgewärmten Füße ", erklärt Zeh. Tassenweise wird anschließend heißes Wasser zugefügt.

Die ideale Wasserhöhe gegen Ende des Bades ist bis zur Mitte der Wade. Effekt : Das in den Füßen zirkulierende Blut erwärmt sich und verbreitet im gesamten Körper ein wohliges Wärmegefühl. Allerdings sind die ansteigende Fußbäder nicht für jeden geeignet. Vor allem bei akuten Herz- oder Venenproblemen ( Krampfadern ), sollte man auf das besondere Bad verzichten.

Doch wie lange dauert das ideale Fußbad ? " Im Schnitt sollten die Füße 15 bis 20 Minuten ins Wasser. Länger als eine halbe Stunde ist nicht ratsam ", sagt Zeh. Wechselbäder sind nach dem ansteigenden Fußbad tabu. Stattdessen ist im Anschluss Liegen und Ruhe angesagt.

Damit der Körper nicht " auslaugt " und die Wärme im Körper lange gehalten werden kann, empfiehlt Zeh Salz als Badezusatz. " Für ein Fußbad reichen 50 Gramm Salz vom Toten Meer oder Atlantiksalz ", sagt die Fachfrau. Von einfachem Speisesalz rät die Apothekerin ab.

Bewährte Fußbadzusätze nicht nur bei ansteigenden, sondern auch bei einfachen Fußbädern, sind unter anderem Schmierseifenstückchen ( bei Nagelbettentzündungen ), Salbei oder Eichenrindenauszug ( bei Fußschweiß ). Hautpfl egend wirken Honig ( ein Teelöffel ), Sahne oder Molkepulver ( je ein bis zwei Esslöffel ). Besonders vielseitig lassen sich ansteigende Fußbäder nutzen, indem ihnen ätherische Öle, die hundertprozentig naturrein sein sollten, beigefügt werden.

" Damit die Öle ihre positive Wirkung entfalten können, dürfen sie jedoch nicht direkt ins Badewasser gegeben werden, sondern benötigen einen Emulgator ", sagt Fachbuchautorin Zeh ( Handbuch Ätherische Öle. Joy-Verlag 2005. ISBN : 3928554506. EUR 19, 95 ). Kommen sie konzentriert mit der Haut in Kontakt, kann es zu Irritationen kommen. Besondere Vorsicht ist bei Zitrusschalenölen geboten.

Sahne als Emulgatur

Als Emulgator reicht ein Esslöffel Sahne oder Molkepulver. Mit diesem werden die Öle gemischt ; danach wird die gesamte Mixtur mit dem Badewasser verquirlt. Sechs bis acht Tropfen ätherischen Öls sind laut Zeh bei Erwachsenen, drei bis fünf Tropfen bei Schulkindern empfehlenswert.

Wer spürt, dass er eine Erkältung bekommt, oder wer lange im Kalten gestanden hat, dem rät Zeh zu folgender Mischung : Ein bis zwei Tropfen stark anregendes Angelikawurzelöl, zwei Tropfen Muskatellersalbeiöl, zwei bis drei Tropfen Linaloeholzöl ( alternativ : Ho-Blätteröl ). Eine deutlich durchwärmende Wirkung lässt sich auch mit einem (!) Tropfen Zimtblattöl, zwei Tropfen Ingweröl und zwei Tropfen Ho-Blätter-Ö l erzielen.

Durchblutungsfördernd und gegen Muskelkater wirksam ist der Apothekerin zufolge ein Fußbad, dem zwei Tropfen Wacholderbeeröl, zwei Tropfen Rosmarinöl und zwei Tropfen Cajeputöl beigefügt werden. Wer Entspannung sucht, gibt sieben Tropfen Lavendendel-Öl ins Wasser. Soll das Bad luxuriöser ausfallen, lässt es sich mit drei Tropfen Türkischem Rosenöl, zwei Tropfen Palmarosaöl und zwei Tropfen Ho-Blätter-Ö l veredeln.