Magdeburg - Die Vogelgrippe greift auf der Insel Rügen um sich. Obwohl seit Freitag in Deutschland die Stallpflicht gilt und in Sachsen-Anhalt kein einziger Fall eines mit dem H5N1-Virus infizierten Vogels bekannt ist, sind die Menschen verunsichert.

Hier einige Informationen, wie sich Verbraucher verhalten sollten.

Was passiert bei einem Vogelgrippe-Verdacht in Sachsen-Anhalt ? Bürger, Gefl ügelhalter oder Tierarzt melden tote Tiere den Kreisbehörden. Bejaht ein Amtstierarzt einen begründeten Verdacht auf Vogelgrippe, werden die Fundstelle bzw. der betroffene Gefl ügelhof gesperrt. Proben der Tiere werden per Kurier zum Landesamt für Verbraucherschutz nach Stendal gebracht und analysiert.

Um die betroffene Fundstelle oder den Geflügelhof wird ein Sperrbezirk mit einem Radius von drei Kilometern gezogen. Für alle Gefl ügelhalter in diesem Umkreis gilt eine Verdachtssperre : Kein Tier darf rein, keines darf raus.

Reisen nach Rügen noch nicht stornierbar

Bestätigt sich der Vogelgrippe-Verdacht auch durch Feinanalysen im Bundesinstitut für Tiergesundheit auf der Ostsee-Insel Riems, werden alle Tiere des betroffenen Bestandes getötet. Gleiches gilt für Gefl ügel, das mit diesem Bestand Kontakt hatte.

Entschädigungen werden auf Antrag von der Tierseuchenkasse gezahlt, allerdings nur für bisherige Beitragszahler. Mit der Anmeldung seines Betriebes ist jeder Gefl ügelhalter verpflichtet, auch seinen Beitrag zur Tierseuchenkasse zu entrichten. Die Entschädigungsleistung setzt sich je zur Hälfte aus den Beiträgen der Tierhalter und aus einem Landeszuschuss zusammen.

Wer wegen der Vogelgrippe auf der Insel Rügen seine dorthin geplante Urlaubsreise absagen möchte, muss ebenfalls einiges beachten. So können derartige Reisen nur dann kostenlos storniert werden, wenn die Unterkunft in einem abgesperrten Gebiet liegt. Das gelte für Buchungen direkt bei Hotels und Pensionen ebenso wie für Angebote von Veranstaltern, sagte Prof. Ronald Schmid, Experte für Reiserecht an der Technischen Universität Dresden.

Ist ein Ort aber noch offen zugänglich, wie zurzeit überall auf Rügen, begründe das keinen Anspruch auf eine kostenlose Absage der Reise, so Schmid. " Es reicht als Grund nicht aus, dass ich da nicht mehr hin will. " Erst wenn Reisende wegen einer Absperrung zu ihrem Urlaubsort nicht mehr vorgelassen werden, greife das so genannte Unmöglichkeitsrecht. Danach sind beide Seiten von der vereinbarten Leistung entbunden, wenn weder die Reisenden noch die Betreiber der Urlaubsunterkünfte die vereinbarte Leistung erbringen können.

Unterdessen hat das Landeskriminalamt ( LKA ) Niedersachsen vor Telefonbetrügern im Zusammenhang mit der Vogelgrippe gewarnt. Die Anbieter werben im Internet für eine " Vogelgrippe-Notrufl ine ", die angerufen werden soll, um den Notruf " 112 " zu entlasten. Für Anrufe unter ( 09005 ) 99 99 434 würden Kosten von 1, 99 Euro pro Minute fällig, seriöse Informationen seien dort aber nicht erhältlich, so das LKA.

Die Abzocker nutzen mit diesem Angebot eine Urangst der Menschen aus. Zumindest geht der Göttinger Angstforschers Prof. Borwin Bandelow von einer solchen aus. " Dabei ist die Gefahr, vom Blitz erschlagen zu werden, sicher höher als die Gefahr, durch ein Vogelgrippevirus zu Tode zu kommen. "

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