Magdeburg - Am Aschermittwoch endet die Faschingszeit, und damit auch die wilden Tage der Maßlosigkeit – die Fasten- und Passionszeit beginnt. Auch in diesem Jahr nehmen evangelische Kirche und Suchtberatungsstellen diese Zeit zum Anlass, die Verbraucher zum Nachdenken und Einhalten aufzurufen.

Während die Kirchen das bwusste Wahrnehmen der Liebe im Leben in den Mittelpunkt ihrer Aktionen stellen, rufen die Landesstelle für Suchtfragen und die Suchtberatungsstellen in Sachsen-Anhalt zu " 7 Wochen Pause " auf. Das Ziel : Genuss lernen durch Enthaltsamkeit. Vom 1. März bis zum 15. April ( Ostersonnabend ) sollen sich die Teilnehmer eine Pause von ihren " Alltagssüchten " wie dem Konsum von Süßem und Fettigem, Fernsehen, Alkohol und Zigaretten gönnen.

Weil den Verbrauchern an allen Ecken über große Plakate Genussmittel aufgedrängt werden, fällt vielen der Verzicht immer schwerer. Und wer schwach wird, dem bleibt meistens gar nicht so viel vom Genuss in Erinnerung. " Der siebenwöchige Verzicht soll deshalb das bewusste Wahrnehmen unterstützen, die alltäglichen Konsumgewohnheiten quasi unter die Lupe nehmen ", erklärt Helga Meeßen-H ühne, Leiterin der Landesstelle für Suchtfragen.

In diesem Jahr gebe es allerdings eine Neuerung. Statt anmeldepfl ichtigen Kursen bieten die Beratungsstellen telefonische Hilfe und Referenten für alle Aktionsgruppen an, die sich selbst in Schulen, Jugendeinrichtungen, Altenheimen, Firmen oder sozialen Einrichtungen gründen. " Wo immer solche Gruppen entstehen sind die Teilnehmer aufgerufen, ihre Alltagssüchte bis Ostern aufzugeben ", so Meeßen-H ühne. Wer allerdings jeden Abend vor dem Fernseher zwei Bier zur Entspannung brauche oder der festen Überzeugung sei, nur eine ganze Tafel Schokolade mache glücklich, könne sich im

Rahmen der Aktion auch kleine, realistische Ziele setzen. Als Beispiele nennt Helga Meeßen-Hühne das Ziel, den Alkoholkonsum aufs Wochenende zu beschränken oder den Fernseher nur zur Lieblingsserie einzuschalten.

Wer schon im vergangenen Jahr an den Aktion " Sieben Wochen Pause " teilgenommen habe, wisse, dass man im Laufe der Wochen einiges über sich erfahren kann, so etwa, wann der Verzicht besonders schwer fällt – und, warum man eigentlich zur Schokoladentafel, Zigarette, Weinflasche oder Fernbedienung greift. Wer meint, darin Entspannung zu fi nden, dem empfiehlt die Suchtberaterin, neue Wege wie Sport- oder Entspannungskurse zu versuchen.

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