Berlin - Die Druckchemikalie ITX findet sich in mehr Säften als bislang bekannt. Der in zwei Säften aus Kartonverpackungen kürzlich festgestellte Farbfi xierer ist nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe ( DUH ) in weiteren sieben Frucht- und Gemüsegetränken aufgetaucht. Bei den bislang in verschiedenen Produkten in Europa gefundenen ITX-Konzentrationen gibt es nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit keine Hinweise auf ein Gesundheitsrisiko.

Eine abschließende Bewertung der in Lebensmitteln unerwünschten Chemikalie ist aber nach Einschätzung von Fachleuten nicht möglich. " Die toxikologische Basis ist zu gering ", betonte der Kieler Pharmakologe Hermann Kruse von der Universität Kiel übereinstimmend mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung ( BfR ). Das BfR plädiert daher für eine konsequente Minimierung der Chemikalie in Lebensmitteln.

Der höchste nun festgestellte ITX-Wert liege bei 211 Mikrogramm pro Kilogramm in einem Tomatensaft, sagte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. Das ist vier Mal so viel, wie in der EU ohne konkreten Grenzwert als tolerierbar gilt. Die zum Farbaufdruck auf den Verpackungen verwendete Chemikalie Isopropylthioxanton ( ITX ) fand sich nun auch in kartonverpackten Tomaten-, Pfl aumen-, Orangen-, Pfi rsich oder Mehrfruchtsäften, eine Woche zuvor war es um einen Gemüse- und einen Apfelsaft gegangen.

Von den ITX-Funden in deutschen Discounter-Regalen sind ausschließlich die Verpackungshersteller Tetrapak und Elopak betroffen. Beide Firmen hatten kürzlich erklärt, ITX nicht mehr zu verwenden. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass ältere Saftpackungen noch im Handel auftauchten. Die zwei Discounter Aldi und Lidl hätten mitgeteilt, die ITX- belasteten Produkte nicht mehr zu verkaufen, betonte Resch. Kunden hätten sich bei der Umwelthilfe jedoch beschwert, dass bei einem dieser Märkte diese Säfte danach um 20 Prozent verbilligt angeboten worden seien. " Zu befürchten ist auch, dass die Hersteller versuchen werden, zumindest ihre bereits hergestellten Verpackungen abzufüllen. Das halten wir für unverantwortlich. "