Atemnot, eine plötzlich aufsteigende Wärme im Kopf, ein beklemmendes Gefühl in der Brust und ein Herz, das sprichwörtlich bis zum Halse schlägt: So beschreiben viele Patienten ihren ersten Anfall von Vorhofflimmern. Was ist das überhaupt? Wie wird behandelt? Und was können Betroffene selbst tun? Antworten gibt unser Experte Prof. Dr. Heinz Völler, ärztlicher Direktor Innere Medizin/Kardiologie an der Klinik am See, Rüdersdorf bei Berlin.

Was ist Vorhofflimmern? Es ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland leiden darunter. Prof. Dr. Heinz Völler: "Charakteristisch ist ein anhaltend unregelmäßiger, meist deutlich beschleunigter Herzschlag. Die Symptome bei Vorhofflimmern reichen von Müdigkeit bis hin zu massiven Befindlichkeitsstörungen wie Atemnot, Schwindel oder Schwächegefühl." Vorhofflimmern selbst ist nicht lebensbedrohlich. Aber: Diese Herzrhythmusstörung ist der größte Risikofaktor für einen Schlaganfall. Prof. Völler: "Durch das Vorhofflimmern können sich die Vorhöfe des Herzens nicht mehr zusammenziehen – das Blut stockt und es kann zu einem Gerinnsel kommen. Diese können in andere Organe verschleppt werden. 80 Prozent davon gelangen ins Gehirn." Dort können sie einen Schlaganfall auslösen.

"Mit einem Elektrokardiogramm, kurz EKG, kann der Arzt Herzrhythmusstörungen feststellen", erklärt Prof. Völler. Das Ziel bei der Behandlung von Vorhofflimmern: das Schlaganfallrisiko zu verringern. "Dafür werden Medikamente zur Blutverdünnung verabreicht, um zu verhindern, dass das Blut klumpt und die Gefäße verstopfen. Die verbreitetsten dieser Gerinnungshemmer heißen Vitamin-K-Antagonisten."

Was sollten Betroffene beachten? "Die Dosis der Gerinnungshemmer müssen Betroffene regelmäßig anpassen, da der Gerinnungswert (INR-Wert) durch Ernährung oder Arzneien schwanken kann. Um die Dosis zu ermitteln, wird deshalb die Blutgerinnung regelmäßig vom Arzt kontrolliert", so der Kardiologe. Der Patient kann aber auch selbst etwas tun: Es gibt kleine Geräte (z. B. CoaguChek XS), mit denen nach einer ausführlichen Schulung die INR-Messung und die gegebenfalls notwendige Anpassung der Tablettendosis durch den Patienten selbst durchgeführt werden kann. "Für die INR-Bestimmung ist lediglich ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe nötig. Das Ergebnis sieht der Patient sofort auf dem Display. Liegen die Werte außerhalb des vom Arzt vorgegebenen Bereichs, kann der Patient selbstständig die Medikamentendosis anpassen", sagt Prof. Völler. Der Arzt bleibt aber selbstverständlich weiterhin Ansprechpartner in der Therapie und begleitet den Patienten.

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