Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) startete die bundesweite Informationskampagne "Was ist die kranke Frau in Deutschland wert?". Einer der Höhepunkte ist der "Frauen-Wert-Tag". Zentrales Anliegen der Ärzte: die bestmögliche medizinische Versorgung der Patientinnen zu sichern.

Seit dem 1. Januar 2009 gilt die Honorarreform für vertragsärztliche Leistungen. Darin wurde u. a. das so genannte Regelleistungsvolumen (RVL) festgelegt. Diese Regelung besagt, dass ein Arzt für seine kranke Patientin pro Quartal einen festgesetzten maximalen Betrag zugeteilt bekommt, unabhängig davon, welche Versorgung die Frau benötigt oder wie oft sie seine Hilfe in Anspruch nimmt. Damit soll – so die Idee dahinter – verhindert werden, dass die Ärzte unnötige medizinische Untersuchungen durchführen, welche die Krankenkassen bezahlen müssen. Die Umsetzung in der Praxis sieht der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) e.V. jedoch kritisch. Er ist der Überzeugung, dass die Leistungen für eine medizinisch adäquate Versorgung von kranken Frauen nicht durch Pauschalen eingeschränkt werden dürfen, sondern sich ganz individuell darstellen.

Beispiel: Angenommen, in einem Bundesland gilt in der Kassenärztlichen Vereinigung für Frauenärzte ein Fallwert von 16 Euro. Ob eine Frau nun einmalig wegen einer Blutungsproblematik in die Praxis kommt oder als Brustkrebspatientin von ihrem Frauenarzt intensiv beraten und bei der Therapie begleitet wird: Die Vergütung ist in beiden Fällen gleich.

Mit der bundesweiten Kampagne "Was ist die kranke Frau in Deutschland wert?" will der Verband deshalb Patientinnen über die Honorarreform aufklären und informieren. "Unser Anliegen ist es, vehement auf Schieflagen der Reform hinzuweisen und für die Wertschätzung – nicht nur – unserer kranken Patientinnen einzutreten. Hierzu gehört, dass kurative Leistungen nicht weiter vom Gesetzgeber begrenzt werden dürfen", fasst Dr. med. Christian Albring, Vorsitzender und Präsident des BVF, die obersten Ziele der Kampagne zusammen.

Neben zahlreichen Aktivitäten wird es dazu am 16. Juni einen bundesweiten "Frauen-Wert-Tag" in 8.000 frauenärztlichen Praxen geben. Dort können sich schätzungsweise zwei Millionen Frauen an einer Umfrage beteiligen und ihre Meinung äußern, welchen pauschalen Wert sie für die Behandlung von kranken Frauen angemessen finden.