Besonders die Erst- und Zweitklässler haben an ihrem Schulranzen oft schwer zu schleppen. Mehrere Kilo tragen die Kinder täglich zur Schule und wieder nach Hause.

Dabei sollte das kindliche Skelett nicht mehr als zehn Prozent des Körpergewichtes tragen. Wenn ein ABC-Schütze 25 Kilo auf die Waage bringt, darf der Schulranzen samt Inhalt also höchstens 2,5 Kilo wiegen. Nicht selten bringt allerdings so ein Schulranzen fünf und mehr Kilogramm auf die Waage. Bleibende Haltungsschäden und krankhafte Veränderungen der Wirbelsäule können die Folge sein.

Die Gesundheitskasse möchte helfen, Haltungsschäden zu vermeiden und geht darum direkt in die Schulen. In Abstimmung mit der jeweiligen Schulleitung werden in der Regel in den ersten und zweiten Klassen Schulranzen-"TÜVs" durchgeführt.

Schulranzen auf dem, Prüfstand

Im vergangenen Jahr standen ca. 650 Schulranzen an 18 Schulen unter der Regie der AOK Sachsen-Anhalt und der SPOG – Institut für Prävention und Gesundheitsförderung auf dem Prüfstand. Das Ergebnis: über 90 Prozent der Ranzen waren zu schwer. Keine Frage also, auch in diesem Jahr den TÜV durchzuführen. Ein Ziel des TÜV ist es, die Schulen für gesundheitsfördernde Maßnahmen zu sensibilisieren.

Gesundheitsschäden vorbeugen

Die Aktion will Eltern, Lehrer und Kinder auf die Gefahren eines zu hohen Schulranzen-Gewichtes hinweisen, um Gesundheitsschäden durch zu schwere oder schlecht sitzende Tornister vorzubeugen. Die AOK konnte als professionellen Partner für diese Aktion die SPOG – Institut für Prävention und Gesundheitsförderung gewinnen.

Auf spielerische Art wird den Schulkindern demonstriert, was einen perfekten Ranzen ausmacht und wie man mit Köpfchen diesen richtig packt, damit er für den nächsten Schultag nicht zu schwer ist. Denn viele Utensilien – zum Beispiel der Malkasten - müssen nicht jeden Tag mitgenommen werden.

Zum Schulranzen-TÜV gehört das Wiegen sowohl der Kinder als auch ihrer Tornister. Dabei wird das zulässige Gewicht jedes einzelnen Ranzens der Schulkinder bestimmt. Anschließend erhält jedes Kind einen Aufkleber, auf dem die SPOG – Institut für Prävention und Gesundheitsförderung das zulässige Höchstgewicht jeder Schultasche einträgt. Diese "TÜV-Plakette" wird dann am Tornister befestigt.

Veränderungen gemeinsam planen

Während des Schulranzen-TÜV wird gemeinsam mit den Lehrern diskutiert, welche Möglichkeiten es in der Schule gibt, damit der Schulranzen nicht zu schwer ist. So könnten im Klassenzimmer zusätzliche Regale oder Schränke eingebaut werden, damit einige Schulmaterialien dort deponiert werden.

Verbunden mit der Aktion sind zwei Befragungen der Lehrer. Die erste wird unmittelbar nach der Aktion vom Lehrer ausgefüllt und beinhaltet die Beurteilung der Qualität der Aktion und gibt somit die Möglichkeit, dass der Schulranzen-TÜV zukünftig noch effektiver durchgeführt werden kann. Die zweite Befragung erfolgt nach etwa vier Monaten und hier gibt der Lehrer Auskunft, welche Maßnahmen ergriffen wurden, damit die Ranzen der Kinder entlastet werden. So könnte beispielsweise von der Schule in den Pausen eine Versorgung der Schüler mit Getränken organisiert werden. Somit wird gewährleistet, dass die Schüler ausreichend trinken, jedoch der Schulranzen nicht durch zusätzliches Gewicht belastet wird. Mitunter gibt es noch andere interessante Ideen, die dann zukünftig den Schulranzen-TÜV ergänzen können.

Augen auf beim Ranzenkauf

Bis zur Einschulung sind noch einige Wochen Zeit und viele Eltern stehen jetzt vor der Entscheidung: Welcher Ranzen ist der Richtige?
Der Teuerste muss nicht unbedingt der Beste sein, darum sollte man sich beim Kauf ausführlich beraten lassen. Auch das Kind sollte beim Einkauf mit dabei sein, so dass der Ranzen dessen Größe entsprechend angepasst wird, denn dies ist sehr wichtig für den Tragekomfort.

Die Einstellung der Gurte ist in Ordnung, wenn Ober- und Unterkante des Ranzens waagerecht verlaufen, er mit der Schulterhöhe des Kindes abschließt und dicht genug am Körper getragen wird. Darum ist es wichtig, die Gurte entsprechend einzustellen. Der Ranzen sollte hochformatig und nicht wesentlich breiter als die kindlichen Schultern sein. Breite, gut abgepolsterte Gurte bringen optimalen Tragekomfort.
Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen mindestens fünf Zentimeter breite Streifen aus lichtreflektierendem Gewebe an allen sichtbaren Ranzenseiten.

Empfehlenswert ist, dass Kinder den Ranzen bis zum 12./13. Lebensjahr auf dem Rücken tragen, um eventuellen Haltungsschäden vorzubeugen.