Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebskrankheit bei Frauen. Etwa zehn Prozent der Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens daran, die meisten nach dem 50. Lebensjahr. Internationale Studien haben gezeigt: Ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs durch Mammographie für die Altersgruppe der 50 bis 69jährigen Frauen, das so genannte Mammographie-Screening, kann die Sterblichkeit an Brustkrebs deutlich senken. Voraussetzung ist die hohe Qualität des Programms und eine hohe Teilnahmequote.

Aus diesem Grunde hat der Deutsche Bundestag im Juni 2002 einstimmig gefordert, ein flächendeckendes Mammographie-Screening einzuführen, und zwar auf Grundlage der Europäischen Leitlinien für die Qualitätssicherung des Mammographie-Screenings.
Demnach haben alle Frauen zwischen 50 bis 69 Jahre Anspruch auf eine Mammographie-Screening-Untersuchung, sobald das Screening in ihrer Region zur Verfügung steht. Ab Oktober 2007 wird das neue Vorsorgeprogramm nun in Sachsen-Anhalt angeboten.

Das Screening ist ein zusätzliches Angebot zur jährlichen Krebs-Früherkennungsuntersuchung durch den Frauenarzt und der Selbstuntersuchung der Brust und ein weiterer Schritt zur qualitativen Verbesserung im sensiblen Bereich der Brustkrebsfrüherkennung. Die Teilnahme ist freiwillig und für die anspruchsberechtigten Frauen kostenfrei. Alle entstehenden Kosten werden von der AOK Sachsen-Anhalt übernommen. Die Praxisgebühr entfällt hierbei.

Wer kann teilnehmen?

Das Programm wird speziell für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren angeboten.
In dieser Altersgruppe ist die Mammographie die geeignetste Methode, Brustkrebs frühzeitig zu erkennen. Bei Frauen, die jünger sind, ist das Brustgewebe dichter und fester, so dass Röntgenaufnahmen weniger Aussagekraft haben. Zudem ist Brustkrebs bei jüngeren Frauen erheblich seltener. Das durchschnittliche Alter, in dem Brustkrebs diagnostiziert wird, liegt bei 62 Jahren.

Ablauf des Screening-Programms

Alle Frauen der Altersgruppe 50 bis 69 Jahre erhalten nach und nach anhand von Meldedaten der Kommunen (132 Gemeinden in Sachsen-Anhalt) automatisch aller zwei Jahre ein Einladungsschreiben mit Terminvorschlag und genauer Ortsangabe.
Das Screening wird in Sachsen-Anhalt in vier besonders qualifizierten Mammographie-Zentren durchgeführt (Dessau, Halle, Magdeburg, Stendal). Damit alle Frauen das neue Angebot auch annehmen können und um Anfahrtswege gerade im ländlichen Raum so gering wir möglich zu halten, werden die Untersuchungen nicht allein an den Hauptstandorten angeboten. Pro Region wird es auch eine mobile Einheit geben – ein so genantes Mamma-Mobil - das durch das Land fährt.

Das Früherkennungsprogramm unterliegt strengen Qualitätsanforderungen- von der Mammographie über die Diagnose bis hin zur Einleitung einer eventuell erforderlichen Therapie. Das betrifft unter anderem die Qualifikation der Ärzte und des medizinisch-technischen Personals und die Anforderungen an die speziellen strahlungsarmen Geräte. Die Untersuchung führt eine speziell geschulte radiologische Fachkraft durch. Zwei erfahrene Ärzte sehen sich die Röntgenbilder unabhängig voneinander an und werten diese aus. Das Ergebnis erfahren die Frauen innerhalb von sieben Werktagen nach der Untersuchung.

Weitere Informationen gibt’s in den Kundencentern der AOK Sachsen-Anhalt sowie im Internet unter www.aok.de/sa und www.mammographie-sachsen-anhalt.de.