Heftige Angststörungen hindern Waltraud Kiep seit Jahren an allen nötigen Behördengängen. Dass die Angelegenheiten der Magdeburgerin bei Ämtern und Einrichtungen dennoch erledigt werden, verdankt sie einer Mitarbeiterin des Sozialamtes Magdeburg.

"Seit 2001 betreut mich Petra Schulz, kommt zu mir nach Hause, wenn ich Hilfe brauche", berichtet die Leserin. Als ihre Sehkraft immer mehr nachließ, war sie mehr denn je auf Unterstützung angewiesen. "Frau Schulz hat mir alle Wege abgenommen, aufgezeigt, welche Hilfsmittel beantragt werden könnten, den Kontakt zum Verband der Blinden und Sehbehinderten vermittelt und mir eine Haushaltshilfe besorgt", berichtet Waltraud Kiep. Dafür möchte sie der Sozialarbeiterin einmal öffentlich Danke sagen.

Petra Schulz ist im Sozial- und Wohnungsamt der Landeshauptstadt eine von elf Mitarbeiterinnen des Sozialen Dienstes. Die gelernte Krankenschwester arbeitete in drei Schichten in der Uni-Klinik, bis sie sich wegen der Betreuung ihrer Kinder beruflich umorientierte. Schon zu DDR-Zeiten wechselte sie in den kommunalen Bereich, war Gesundheitsfürsorgerin im Stadtbezirk.

Nach der Wende drückte sie berufsbegleitend nochmals die Schulbank und gibt als Diplom-Sozialpädagogin im Amt für Sozial- und Wohnungswesen der Landeshauptstadt Magdeburg nun Hilfesuchenden Unterstützung und Beratung.

Das betrifft die Leistungen der Sozialhilfe nach dem SGB XII und SGB II ebenso wie Renten-, Pflege- oder Krankenversicherung.

Petra Schulz ist oft im Außendienst unterwegs, sie besucht Bürger wie Waltraud Kiep, die sich in schwierigen sozialen Krisensituationen befinden. Die Sozialarbeiterinnen, die natürlich mit der Sozialgesetzgebung und deren häufig geänderten Bestimmungen bestens vertraut sein müssen, zeigen den Betroffenen Möglichkeiten auf, wo Hilfe zu bekommen ist. Manchmal besteht eine solche Hilfe aber allein schon im gemeinsamen Ausfüllen eines Antrages für ALG-II-Leistungen oder für die Befreiung von den Rundfunkgebühren.

Der Arbeitsalltag von Petra Schulz ist sehr vielseitig, zeigt ihr aber auch Schattenseiten des Lebens wie zunehmende Armut, spezifische Erkrankungen wie Demenz vor allem im Alter. Doch es gibt auch Erfolgserlebnisse. Gerade jetzt wurde nach jahrelangem Suchen für einen 60-jährigen Rollstuhlfahrer endlich eine rollstuhlgerechte Wohnung gefunden. "Ich habe mich riesig für den Mann gefreut, als der Umzug dorthin genehmigt wurde", erzählt sie.

Es gab Zeiten, da nahm Petra Schulz die Probleme der Ratsuchenden mit nach Hause, lernte dann aber, nach der Arbeit "die Tür zuzumachen". Bei Sport und Radeln, in der Familie und im Garten tankt sie in ihrer Freizeit auf, um im Beruf wieder fit zu sein für die Sorgen und Ängste von Ratsuchenden.

Waltraud Kiep meint, ohne die fürsorgliche Unterstützung der Sozialarbeiterin "wäre ich verzweifelt". Mit Herz, Einfühlungsvermögen und Kompetenz hat ihr Petra Schulz stets geholfen, wenn sie Rat und Unterstützung brauchte.

*

Welchem Behördenmitarbeiter möchten Sie einmal öffentlich Danke sagen, weil er Ihnen mit viel Engagement geholfen hat? Schreiben Sie Ihren Vorschlag an die Redaktion Leseranwalt:

Kennwort: Dankeschön