Seit Jahren arbeitet eine Haldensleberin in einem Supermarkt. Ihr Verdienst reicht nicht zur Deckung des Lebensunterhaltes. Darum erhält sie vom Job-Center der Arbeitsgemeinschaft Börde ergänzende Leistungen. Regelmäßig muss die Verkäuferin die wechselnden Verdienstbescheinigungen bei der Behörde einreichen, damit Monat für Monat neu ihr ALG II berechnet werden kann.

So zeitnah, wie von der Behörde am liebsten gesehen, kann sie den Lohnzettel aber nicht vorlegen, denn den gibt es vom Arbeitgeber immer erst vier bis sechs Wochen nach Monatsende. "Das ist der Arge alles bekannt", so die Minijobberin.

Dennoch bekam sie im April Post vom Amt, zeitgleich zwei Schreiben. Dem einen zufolge sollte sie bis spätestens 2. Mai die Verdienstbescheinigung für April 2009 vorlegen. Vom gleichen Tag datiert und von der gleichen Mitarbeiterin unterzeichnet war das zweite Schreiben an die selbe Kundin, laut dem auf einmal festgestellt wurde, dass diese seit 1. April 2009 in einem Beschäftigungsverhältnis stehe.

Da das daraus erzielte Einkommen Einfluss auf die Höhe der Leistungsgewährung habe und diese sogar ganz wegfallen könne, werde die Leistung "bis zur endgültigen Klärung" der Sache erst einmal vorläufig eingestellt. Eine beigefügte Einkommensbescheinigung solle durch den Arbeitgeber ausgefüllt und umgehend wieder eingereicht werden. "Es ist zum Verzweifeln", schrieb die Leserin. "Ich arbeite dort schon seit November 2005. Alle Unterlagen liegen beim Amt."

Wir fragten nach, warum hier anscheinend ignoriert wurde, dass die Leserin schon seit rund 3,5 Jahren und nicht erst neuerdings beschäftigt ist, und dass eine Verdienstbescheinigung für April auf keinen Fall vor dem ersten Werktag des Folgemonats eingereicht werden kann. "In der Sache besteht in der Tat ein Missverständnis", räumte Rüdiger Mages, stellvertretender Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Börde, ein. Bei der Arge habe man aufgrund einer Mitteilung der Kundin angenommen, sie sei in ein Arbeitsverhältnis auf Dauer eingetreten und nicht im Nebenjob. Eine Einstellung der Leistung erfolgte nicht. "Die Arge hätte den Sachverhalt besser aufklären müssen", so Mages, was in diesem Einzelfall leider übersehen wurde. "Soweit sind der Kundin kein Verstöße anzulasten."

Allerdings hätte sie sich auch direkt bei der Behörde melden können, "und die Sache wäre fix geklärt gewesen". Von montags bis freitags sei der telefonische Beratungsservice zwischen 8 und 18 Uhr erreichbar, den die Arge in Kooperation mit der Agentur für Arbeit Magdeburg als Dienstleistung für alle Kunden im Landkreis Börde anbiete. Kompetente Mitarbeiter könnten dort viele Fragen gleich telefonisch klären, oder im Falle einer notwendigen ausführlichen Beratung einen Termin mit dem zuständigen persönlichen Ansprechpartner vermitteln. "Das erspart auch vielen, die mit ihren Fragen und Anliegen auf gut Glück und ohne Terminvereinbarung zu uns kommen, Zeit und Wege", meint Mages. Der telefonische Beratungsservice des Job-Centers der Arbeitsgemeinschaft Börde ist bei Anrufen aus dem Festnetz der Deutschen Telekom zum Ortstarif erreichbar für den

  • Raum Haldensleben unter 0180 / 100 264 050 180
  • Raum Oschersleben unter 0180 / 100 264 151 786
  • Raum Wolmirstedt unter 0180 / 100 264 051 501
  • Raum Wanzleben unter 0180 / 100 264 150 501.
    Die Rufnummern in den anderen Landkreisen sind über die Arbeitsagenturen zu erfahren. (goe)