Der Strom- und Gasversorger E.ON Avacon hatte eine Reihe seiner Kunden ziemlich verunsichert, als sie die Jahresverbrauchsabrechnung in Händen hielten. Das bestätigten telefonische Nachfragen von Lesern aus den Kreisen Salzwedel und Stendal, die auf der Abrechnung Kosten für die Ablesung der Zähler durch einen Mitarbeiter von E.ON fanden. Kosten, die alle Jahre zuvor nicht entstanden.

Und Ingo Möller aus Dolle schrieb uns: "Jedes Jahr haben wir selbständig die Zählerstände für die Jahresabrechnung abgelesen und an Avacon geschickt. In diesem Jahr kam ein Mitarbeiter von Avacon und hat Strom und Gas-Zählerstände abgelesen. Resultat: Dadurch sind Zusatzkosten auf der Rechnung." Insgesamt, so rechnete er auf, belaufen sich für ihn die Zusatzkosten für Ablesung und Abrechnung auf 58,27 Euro. Das könne er nicht nachvollziehen, zumal der Mitarbeiter beide Zählerstände gleichzeitig abgelesen habe. Er fragte nun, ob er sich weigern kann, diesen Betrag zu bezahlen und ob er für das nächste Jahr darauf bestehen kann, die Zählerstände wieder selbst abzulesen.

Unsere diesbezügliche Nachfrage bei E.ON ergab zwar keine konkrete Antwort auf diese Fragen, aber zumindest eine indirekte. So resultieren die Kosten für Ablesung und Abrechnung nach Darstellung des Strom- und Gasversorgers nicht aus der Einführung der Zählerableser. "Diese Kosten", so heißt es in der Antwort von E.ON, "waren auch vorher schon im Grundpreis enthalten. Der Gesetzgeber fordert, dass diese Kostenbestandteile separat ausgewiesen werden. Das führt bei einigen Kunden irrtümlich zu dem Eindruck, dass diese Kosten neu und auf den Zählerableser zurückzuführen sind."

Diese Entgelte, so heißt es weiter, beinhalten die Organisation und Qualitätssicherung der Datenerfassung, die Ablesung, die Datenaufbereitung und -verarbeitung sowie Kosten für Beschaffung, Einbau, Betrieb und Wartung der Zähler.