Ich reagiere allergisch auf Soja und habe festgestellt, dass Soja in viel mehr Lebensmitteln enthalten ist, als man denkt. Wie kann ich Soja vermeiden ? Es antwortet Ernährungswissenschaftlerin Dipl .-Troph. Alexandra Blaik vom Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie des Universitätsklinikums Magdeburg.

Zahlreiche Menschen reagieren auf bestimmte Nahrungsmittel allergisch. Hierbei muss zwischen einer echten Lebensmittelallergie, die auf einer immunologischen Reaktion beruht, und Nahrungsmittelintoleranzen unterschieden werden. Intoleranzen werden zum Beispiel durch einen Enzymmangel oder pseudoallergische Effekte verursacht. Bei einer echten Lebensmittelallergie f ndet beim Erstkontakt mit dem Lebensmittel eine Sensibilisierung des Körpers statt, so dass bei erneutem Kontakt das Immunsystem überreagiert. In Deutschland sind zirka fünf Prozent der Erwachsenen von einer Lebensmittelallergie betroffen, schätzungsweise 0, 3 bis 0, 4 Prozent haben eine Soja-Allergie.

Lebensmittelallergien sind vor allem deshalb problematisch, da viele verarbeitete Lebensmittel einen Zusatz zum Beispiel von Soja enthalten, der nicht offensichtlich ist. Solche Lebensmittel können für Soja-Allergiker gefährlich werden, da der Verzehr eine allergische Reaktion bis hin zum Schock auslösen kann.

Um diese Situation zu verbessern, gilt seit Ende November 2005 in der Europäischen Union eine neue Kennzeichnungspf icht für Lebensmittel. Es müssen 14 Hauptauslöser von Unverträglichkeitsreaktionen,

unter anderem Sojabohnen und deren Erzeugnisse, in der Zutatenliste deklariert werden. Wenn ein Hersteller auf Grund der technologischen Verarbeitungsprozesse nicht garantieren kann, dass das Lebensmittel frei von Soja ist, sichert die Kennzeichnung " kann Spuren von Soja enthalten " den Hersteller rechtlich ab. Soja-Allergiker können die typischen Soja-Produkte wie Sojasauce oder Sojasprossen leicht meiden. Schwierig wird es bei Produkten, denen Sojaeiweiß zugesetzt wurde, es aber nicht vermutet wird. Dies betrifft nahezu jede Produkt kategorie wie Fleisch-, Wurst- und Backwaren und Getreideerzeugnisse ( Gebäck, Fertigteige, Backmischungen, Müslis, Nudeln ), Molkereiprodukte, Fertiggerichte wie Auf äufe, Pfannengerichte, Suppen, Soßen, Kartoffelzubereitungen ( Bratkartoffeln, Knödel, Kroketten ) und Süßigkeiten ( Marzipanzubereitungen, Pralinen, Schokoriegel, Nuss-Nougat-Cremes oder Speiseeis ). Hier hilft nur der Blick auf die Zutatenliste.

Die Sojabohne ist aber auch Ausgangsprodukt für Zusatzstoffe, die als Back- oder Bindemittel, Stabilisatoren und Emulgatoren wie Lecithin eingesetzt werden. Beim Einkauf unverpackter Lebensmittel müssen das Personal befragt und die Informationstafeln beachtet werden.

Für Soja-Allergiker gilt : frische Produkte wie Obst und Gemüse und unverarbeitete Lebensmittel ( Milch, frisches Fleisch oder Fisch, Honig ) verringern den möglichen Kontakt mit Sojaeiweiß. Bei verarbeiteten Produkten müssen die Zutatenlisten genau studiert werden. Besondere Vorsicht ist auch in Restaurants angebracht. Bei Verdacht auf Sojazusätze sollte das Personal befragt werden.