Frage: Ich habe gelesen, dass eine Infektion mit dem Cytomegalie-Virus (CMV) zu den häufigsten Virusinfektionen in der Schwangerschaft, noch vor Röteln und Toxoplasmose, gehört. Wie lässt sich eine Ansteckung feststellen, wie kann man sie verhindern?

Es antwortet Dr. Claudia Gerloff, Oberärztin der Universitätsfrauenklinik Magdeburg: Die Bevölkerung in Deutschland ist bis zu 80 Prozent mit CMV infiziert. Da die Infektion meist ohne schwerwiegende Symptome (ähnlich einer Grippe) abläuft, ist ein sicherer Schutz vor einer CMV-Infektion kaum möglich. Das Virus tritt über Schmier- und Tröpfcheninfektion durch die Haut und die Schleimhäute in den Körper ein. Erreger finden sich zum Beispiel in Speichel, Urin, Blut, Samenflüssigkeit oder im Gebärmutterhalsschleim. Die Infektion des ungeborenen Kindes ist über den Mutterkuchen möglich, Säuglinge können über die Muttermilch infiziert werden.

Voraussetzung für eine CMV-Erkrankung ist die frische Infektion mit CMV oder die Reaktivierung einer bestehenden Infektion bei einem Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Bei einer CMV-Infektion können die Viren direkt oder indirekt nachgewiesen werden. Der direkte Nachweis von CMV wird für die Messung der Viruslast im Blut verwendet. Der indirekte Virusnachweis erfolgt über Antikörper, die das Immunsystem bildet, wenn es sich mit einer CMV-Infektion auseinandergesetzt hat.

Für die Behandlung von CMV stehen mehrere spezielle Virustatika zur Verfügung. Zur Vorbeugung einer CMV- Infektion sind mehr als normale Hygienemaßnahmen praktisch nicht möglich. Eine CMV-Schutzimpfung gibt es derzeit noch nicht.

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