Frage : Eine Reparaturfirma, die mir für mein defektes Gerät vor einem Jahr ein neues Fernsehgerät verkaufte, holte dieses jetzt wegen einer Rückholaktion des Herstellers ab und kassierte für ein Ersatzgerät viel Geld. Ist das rechtens ? Es antwortet Lothar Schirmer von der Kripo-Beratungsstelle Magdeburg.

Bei der Verbraucherzentrale und der Kripo-Beratungsstelle wurden mehrere solcher Fälle gemeldet. Von den Kunden wegen eines Defektes ihres alten Fernsehers zur Reparatur gerufen, erklärten die Fernsehmechaniker, dass das Gerät nicht mehr zu reparieren sei, boten aber dafür ein neues Gerät zum Kauf an. Dieses Gerät war bedeutend teurer als in anderen Geschäften oder im Katalog.

Ob das alte Gerät tatsächlich nicht mehr reparabel war, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Der Umstand des überteuerten Verkaufs eines neuen Gerätes kann den Wuchertatbestand erfüllen. Besagte Reparaturfirma wies die Kunden nicht darauf hin, dass sie in solchen Fällen der Kaufabwicklung zu Hause ein Widerrufsrecht haben.

Dreist : Etwa ein Jahr nach dem Kauf meldeten sich die Monteure telefonisch bei den Kunden und verkündeten aufgeregt, dass der Fernsehhersteller eine Rückrufaktion gestartet habe, weil bei den Geräten eine akute Brandgefahr bestehe.

Man tauchte umgehend in der Wohnung der Kunden auf und nahm das völlig intakte Gerät mit. Als Äquivalent verkaufte man ihnen ein neues Gerät eines anderen Herstellers zu überteuertem Preis, ohne eine Entschädigung für das alte Gerät zu berechnen. So entstanden bei den Kunden Ausgaben von bis zu 5000 Euro.

Die Kriminalpolizei ermittelt in dieser Sache. Leser, die in ähnlicher Art und Weise geschädigt wurden, bitte ich, eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten.