Frage : Ich habe seit Jahren immer wieder Migräneanfälle. Stimmt es, dass die regelmäßige Einnahme von Magnesium präventiv sinnvoll ist ? Hat Magnesium Nebenwirkungen ? Welche Dosis ist empfehlenswert ? Es antwortet Prof. Claus-W. Wallesch, Direktor der Universitätsklinik für Neurologie Magdeburg.

Nicht jeder Kopfschmerz ist Migräne. Bei der Migräne kommt es attackenweise zu heftigen, häufig einseitigen pulsierend-pochenden Kopfschmerzen von mehreren Stunden bis wenigen Tagen Dauer, die bei körperlicher Aktivität an Intensität zunehmen und von Appetitlosigkeit und häufi g Übelkeit, Erbrechen, Lichtscheu und Geräuschempfi ndlichkeit begleitet sind. Medikamente zur Migräneprophylaxe helfen nur bei diesem Kopfschmerztyp.

Ursache der Migräneanfälle ist die überschießende Aktivität eines Kerngebietes im Hirnstamm, das den Botenstoff Serotonin ausschüttet. Bei Migränepatienten ist dieses Kerngebiet vermehrt anregbar.

Magnesiumsalze dämpfen die Erregbarkeit von Nervenzellen, ihr Einsatz zur Migräneprophylaxe ist daher prinzipiell logisch. Ihre Wirksamkeit ist im Vergleich zu anderen Medikamenten ( Betablocker und Medikamente gegen Epilepsie ), die zur Verhütung von Migräneanfällen eingesetzt werden, jedoch weniger gut belegt. Möglicherweise ist Magnesium bei menstruationsassoziierter Migräne besonders gut wirksam. Die Behandlung wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet, andererseits sind Magnesium-Brausetabletten preiswert zu erwerben.

Die empfohlene Dosis beträgt 300 mg zweimal täglich. Die Magnesiumeinnahme ist ohnehin sinnvoll, da bei moderner Landwirtschaft die Böden magnesiumverarmt sind. Magnesium ist potenziell gefährlich bei bestimmten Herzrhythmusstörungen ( AV-Block ) und bei der Myasthenie ( Muskelschwäche ), Vorsicht ist geboten bei eingeschränkter Nierenfunktion. Außerdem kann Magnesium die Aufnahme mancher Medikamente beeinträchtigen.

Mein Rat, falls keine Gegenanzeigen bestehen : Schmerztagebuch führen, dann Magnesium ausprobieren. ( rgm )

leserfragen@regio-m.de