Frage : Im Gedränge einer Einkaufspassage wurde mir mein Portemonnaie nebst EC-Karte gestohlen. Obwohl ich die Karte etwa eine Stunde später bei meiner Bank sperren ließ, wurde mit der Karte in den Folgetagen mehrfach eingekauft. Wie kann das passieren ?
Es antwortet Lothar Schirmer vom Dezernat Polizeiliche Prävention Magdeburg.

EC-Karten sind beliebte Objekte von Taschendieben. Sie plündern die Konten ihrer Opfer am EC-Automaten, wenn sie die PIN auf einem Zettel oder als Telefonnummer getarnt in Ihrer Brieftasche fi nden. Sie kaufen aber auch in Geschäften mit der Karte ein.

Sperren Sie die Karte über die zentrale Sperrnummer oder direkt über Ihre Bank, ist es dem Täter nicht mehr möglich, von einem Geldautomaten Zugriff auf Ihr Konto zu bekommen.

Anders sieht es aus, wenn die Täter in einem Geschäft Ihre EC-Karte vorlegen und dann auf dem Kassenbeleg unterscheiben müssen. Die Verkaufsstellen, die mit diesem Lastschriftverfahren arbeiten, sind nicht mit den Banken direkt verbunden und haben deshalb keine Kenntnis von der Sperrung Ihrer Karte. Der Täter, der Ihre Unterschrift nachahmt, hat also, wenn das Verkaufspersonal die Unterschrift nicht ausreichend prüft oder als Legitimation den Ausweis des Käufers verlangt, gute Chancen, unentdeckt auf Ihre Kosten einzukaufen. Um dieses Defi zit zu kompensieren, hat die Polizei eine Verfahrensweise eingeführt, die es ermöglicht, kurzfristig die Informationen über die Sperrung einer EC-Karte an alle Händler weiterzugeben, die sich diesem Kuno genannten System angeschlossen haben. Die Abwicklung des Verkaufsgeschäftes ist dann nicht möglich.

Sie sollten bei Verlust oder Diebstahl der EC-Karte umgehend die telefonische Sperrung über die Sperrnummer 116 116 vornehmen und dann bei Ihrer örtlichen Polizei anrufen und schon bevor Sie zur Anzeigenaufnahme erscheinen die Daten zur Sperrung mit dem Kuno-System durchgeben.

Nach der Einführung des Kuno-Systems im August 2003 konnte die Anzahl der EC-Betrugshandlungen per Lastschriftverfahren im Bereich der Polizeidirektion Magdeburg um 80 Prozent gesenkt werden.

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