Frage : Ist Sex in der Schwangerschaft schädlich für das Kind ? Es antwortet Dr. Angelika Rabsilber, Oberärztin der Universitätsfrauenklinik Magdeburg.

Grundsätzlich schadet der Geschlechtsverkehr in der Schwangerschaft dem ungeborenen Kind nicht. Eine lustvolle sexuelle Beziehung trägt sogar zum Wohlbefinden in dieser Zeit bei. Das Kind ist in der Gebärmutter geschützt und weder stärkere Bewegungen noch ein Kontakt mit dem Muttermund sind schädlich. Auch eine Gefährdung durch Infektionen ist bei normaler Genitalhygiene nicht zu erwarten.

In der Schwangerschaft kommt es allerdings bei der Frau auch zu körperlichen und hormonellen Veränderungen, die das Erleben der Sexualität verändern können. Bei vielen Frauen lässt das sexuelle Verlangen im ersten Schwangerschaftsdrittel durch Übelkeit oder Müdigkeit nach. Im zweiten Schwangerschaftsdrittel dagegen ist das sexuelle Interesse oft sogar größer als vor der Schwangerschaft. Kurz vor dem Entbindungstermin lässt dies aufgrund der hohen körperlichen Belastung wieder etwas nach. Jetzt sind vielleicht auch andere Stellungen gefragt, bei denen der größer werdende Bauch weniger stört.

Nur in seltenen Fällen wird vorsorglich für eine gewisse Zeit von sexuellen Aktivitäten abgeraten. Besteht zum Beispiel die Gefahr, dass es zu einem Abort oder einer Frühgeburt kommt, ist Enthaltsamkeit ratsam. Leichtere Blutungen, die nach dem Geschlechtsverkehr auftreten, sind meist harmlos. Frauen sollten trotzdem in solchen Fällen ihren Frauenarzt aufsuchen, damit eine Blutung aus der Gebärmutter ausgeschlossen werden kann. ( ukl )

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