Leserfrage : Ich habe unterschiedliche Meinungen gelesen und gehört : Sind Amalgamfüllungen in den Zähnen nun schädlich oder nicht ? Es antwortet Dr. Dirk Wagner, Zahnarzt in Magdeburg und Mitglied im Vorstand der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt.

Amalgam ist eine Vermischung von zwei oder mehreren Metallen und in Deutschland als Füllungsmaterial für die zahnärztliche Behandlung zugelassen. Es wird als Silberamalgam verwendet. Bei einer ordnungsgemäßen Anwendung ist das Risiko einer unerwünschten Nebenwirkung nur gering, aber wie bei allen Arzneimitteln nicht auszuschließen. Abgesehen von seltenen Allergien liegen keine wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse vor, die den Verdacht einer gesundheitlichen Beeinträchtigung durch Amalgam begründen.

Amalgamfüllungen sind sehr langlebig. Ratsam ist es, sie regelmäßig – wie alle zahnmedizinischen Versorgungen – auf Funktionsfähigkeit kontrollieren zu lassen.

Ob Schwangere, überempfindliche oder kranke Menschen eventuell besonders auf Amalgam reagieren, ist zur Zeit wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen. Bekannt ist aber, dass mit zunehmender Zahl und Größe der Füllungen die Quecksilberwerte im Organismus, besonders in der Niere, ansteigen. Die Quecksilberaufnahme ist abhängig von der Anzahl der Füllungen und der Art der Ernährung ; sie liegt durchschnittlich etwa in der gleichen Größenordnung wie die Quecksilberbelastung durch die Nahrung und ist toxikologisch unbedenklich.

Für die dauerhafte Versorgung kariöser Zähne im kaubelasteten Seitenzahnbereich stehen außer Amalgam auch Edelmetall-Legierungen sowie Keramik und Kunststoff zur Verfügung. Bei der Auswahl des jeweiligen Materials sind verschiedene Gesichtspunkte wie die individuelle Gebiss-Situation, der allgemeine Gesundheitszustand, ästhetische Ansprüche, Zeit- und Kostenaufwand zu berücksichtigen.

Jeder Patient sollte daher vor dem Einsetzen einer Füllung mit seinem behandelnden Zahnarzt auch über das Füllungsmaterial sprechen. (ukl)

leserfragen@regio-m.de