Frage : Wie kann man sich vor einer FSME- Infektion durch Zecken schützen ? Es antwortet Dr. Hanna Oppermann vom Arbeitskreis Impfen in Sachsen-Anhalt.

Mit den sommerlichen Temperaturen werden auch Zecken wieder aktiv. Die blutsaugenden Plagegeister sind gefährlich, da sie Erreger der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis ( FSME ) übertragen können.

Sachsen-Anhalt gehört bisher zwar nicht zu den FSME-Risikogebieten in Deutschland, doch sollte man sich angesichts neuer Meldungen von FSME-infi - zierten Zecken im Ohrekreis beim Aufenthalt im Freien gegen unerwünschte Nachwirkungen eines solchen Angriffs wappnen – durch entsprechende Kleidung und / oder anschließende Kontrolle des Körpers mit schneller Entfernung der Zecke.

Denn auch die Gefahr der von Zecken übertragenen Infektionskrankheit Borreliose nahm in den vergangenen Jahren bundesweit zu. Borreliose ist allerdings nicht wie FSME durch Impfung vermeidbar und beschränkt sich auch nicht auf Risikogebiete.

Um sich vor einer FSMEInfektion durch die blutsaugenden Plagegeister zu schützen, empfi ehlt der Arbeitskreis Impfen vor Urlaubsreisen in Deutschlands Süden ( Bayern, Baden-Württemberg, aber auch einige Regionen in Hessen und Thüringen ) oder in das europäische Ausland eine rechtzeitige Beratung beim Hausarzt. Er kennt die von der Ständigen Impfkommission als Risikogebiete ausgewiesenen Landkreise in Deutschland sowie die Länder, in denen wegen des Ausmaßes dieser Infektionskrankheit für deutsche Touristen ein Impfschutz empfohlen wird.

Denn wer sich in der Freizeit in den bekannten Risikogebieten aufhält und dort zum Beispiel durch ausgedehnte Streifzüge durch Wald und Flur das Risiko von Zeckenstichen trägt, gilt als gefährdet. Eine Schutzimpfung gegen FSME ist dann ratsam.

Ein zeitlich begrenzter Impfschutz nur für den Urlaub erfordert mindestens zwei Gaben des Impfstoffs im Abstand von vier Wochen bis drei Monaten. Länger ( aber nicht lebenslang ) gegen eine Infektion mit FSME gefeit ist, wer sich nach fünf bis zwölf Monaten ein drittes Mal impfen lässt.

2005 wurden in Deutschland 432 FSME-Erkrankungen gemeldet. Die Infektionen erfolgten vor allem in Bayern und Baden-Württemberg. In Sachsen-Anhalt dagegen wurden im vergangenen Jahr keine Erkrankungen gemeldet.

Nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts werden in Europa bei einer hohen Dunkelziffer jährlich etwa 10 000 bis 20 000 klinische Fälle von FSME-Erkrankungen registriert. Bei der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des Gehirns oder der Hirnhaut, deren Erreger durch Zeckenstiche übertragen werden. Da nach Ausbruch der Krankheit eine spezifi sche Therapie nicht möglich ist, hat die Prävention große Bedeutung. ( rgm )

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