Frage : Ist eine Schildkröte als Haustier geeignet ? Was muss bei der Pflege beachtet werden ? Es antwortet Tierarzt Dr. Klaus Kutschmann, Vizepräsident der Tierärztekammer Sachsen-Anhalt : Schildkröten sind sehr langlebige Tiere – Landschildkröten können sogar bis zu 60 Jahre alt werden. Schildkröten sind jedoch keine Schmusetiere, weshalb es ungünstig ist, sie in einer Familie mit kleineren Kindern zu halten.

Schildkröten sind wechselwarme Wildtiere, die sehr empfindlich sind und auch gesetzlichen Schutzbestimmungen unterliegen. In der Wildbahn halten Schildkröten Winterschlaf. Allerdings kann das Winterschlafverhalten beeinfl usst werden, wenn sie im Winter in warmer Umgebung leben.

Schildkröten, die Winterschlaf halten, sollten zwischen Mai und September angeschafft werden. Bei Schildkröten, die keinen Winterschlaf halten, spielt der Zeitpunkt der Anschaffung keine Rolle.

Schildkröten sollten nicht einzeln, sondern in einer Tiergruppe von mindestens zwei bis drei Tieren gehalten werden. Der Platzbedarf von Landschildkröten ist recht groß, sie können in Zimmer- oder Freilandterrarien leben. Ein Terrarium für zwei bis drei Tiere sollte mindestens zwei mal ein Meter groß und 60 bis 70 Zentimeter hoch sein.

Im Terrarium müssen Versteckmöglichkeiten vorhanden sein, denn Schildkröten verkriechen sich gern. Innerhalb des Terrariums sollten Temperaturen von 23 bis 26 Grad herrschen. Zusätzlich können den Tieren Wärmestrahler angeboten werden, die bis 40 Grad heiß sein können.

Als Futter für Landschildkröten sind Wildkräuter wie Löwenzahn, Luzerne oder Vogelmiere, aber auch Obst und Gemüse wie zum Beispiel Äpfel, Birnen, Möhren und Spinat geeignet. Pro Woche sind ein bis zwei Fastentage notwendig, an denen die Tiere gar nichts zu essen bekommen. Bei kühler Witterung ist auf die Fütterung zu verzichten.

Die Winterruhe dauert bei einer Umgebungstemperatur von fünf Grad rund vier bis sechs Monate. Sie darf nicht abrupt beendet werden, denn die Schildkröten müssen sich erst langsam an höhere Temperaturen gewöhnen.

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