Frankfurt am Main (dpa) l Verletzt sich ein Mitarbeiter in einem Wutanfall selbst, erhält er während seiner Krankschreibung trotzdem sein Entgelt weiter. Etwas anderes gilt nur, wenn er besonders leichtfertig, grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat. Das hat das Landesarbeitsgericht Frankfurt am Main entschieden (Az.: 4 Sa 617/13). Auf das Urteil weist der Deutsche Anwaltverein hin. In dem Fall hatte ein Angestellter seinen Arbeitgeber auf Entgeltfortzahlung verklagt. Der Mann arbeitete in einem Baumarkt als Warenauffüller. Bei seiner Arbeit benutzte er einen Gabelstapler - auf den er als Wetterschutz ein Plexiglasdach montiert hatte.

Als der Sicherheitsbeauftragte des Betriebs das Dach beanstandete, geriet der Beschäftigte in Rage. Mit der Faust schlug er mehrmals auf ein Verkaufsschild. Dabei brach er sich die Hand. Der Arbeitgeber verweigerte nun die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Der Mann habe seine Verletzung selbst herbeigeführt.

Arbeitnehmer hat nicht vorsätzlich gehandelt

Die Richter haben der Klage stattgegeben und dem Mann rund 2662 Euro zugesprochen. Um den Anspruch auf Entgeltfortzahlung zu verlieren, hätte der Mitarbeiter besonders leichtfertig, grob fahrlässig oder vorsätzlich handeln müssen. Das konnten die Richter jedoch nicht erkennen. Der Beschäftigte habe sich nicht bewusst selbst verletzen wollen. Weiter habe er auch nicht grob fahrlässig gehandelt. Der Mann sei wütend gewesen und habe kurzzeitig die Kontrolle verloren. Das sei nicht zu billigen - seinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung verliere er dadurch aber nicht.