Magdeburg (vs) l Wer hilft, wenn das Auto unterwegs nicht weiterwill oder wenn der Pkw in winterlichen Morgenstunden nicht anspringen will? Wohl jedem fallen da zuerst die "gelben Engel" vom ADAC ein. Sie haben einen guten Ruf.

Sie haben aber auch gute Kollegen in anderen Automobilclubs. "Unsere Pannenhilfen und Schutzbriefe sind denen des ADAC ähnlich", sagt Cathrin von der Heide", Pressesprecherin beim Automobilclub von Deutschland (AvD). Das bedeutet bei Pannenhilfe unter anderem: 24 Stunden persönlicher Notruf, gebührenfreie Notrufnummer im Inland, schnelle und zuverlässige Hilfe und Abschleppen des Fahrzeugs sind im jährlichen Mitgliedsbeitrag von 64,90 Euro enthalten.

Ähnlich ist das auch bei Autoclub Europa (ACE). Der wirbt auf seiner Website mit einem Jahresbetrag von 62,80 Euro europaweit für die ganze Familie. Darin enthalten sind In- und Auslandsschutz, Familienschutz und Boni.

"All inclusive" bei Unfällen und Pannen bedeutet meistens immer auch Abschleppen und Bergen des Wagens, Mietauto-, Bahn- und Übernachtungskosten sowie Krankenrücktransport - meist auch bei Auslandsreisen. Beim ADAC bezahlt man für solch ein Paket, das beispielsweise weltweit für die ganze Familie (zwei Erwachsene, ein minderjähriges Kind) gilt, 69 Euro im Jahr.

Bei allen Automobilclubs gilt: Über eine zentrale Hotline können Betroffene rund um die Uhr Ansprüche geltend machen.

Auch wenn bei den Automobilclubs die Konditionen ähnlich sind, gibt es immer noch Details, die jeder nach seinen Bedürfnissen für sich prüfen muss. Auch ob man nun für einen Schutzbrief Mitglied eines Automobilclubs sein muss, ist eine persönliche Entscheidung. Wer allerdings ausschließlich wegen des Schutzbriefes Mitglied wird, macht ein schlechtes Geschäft.

Mobilitätsgarantie

Schließlich bekommt man auch auf anderen Wegen problemlos einen Schutzbrief fürs Auto. Manchem mag vielleicht eine von Autoherstellern angebotene Mobilitätsgarantie vollkommen ausreichen. Bei Volkswagen beispielsweise ist sie Bestandteil der Fahrzeug-Gewährleistung. Sie gelte bei einem Neufahrzeug bis zur ersten fälligen Inspektion und erneuert sich jeweils, wenn das Fahrzeug dem Serviceplan entsprechend wieder in einer Volkswagen-Vertragswerkstatt zur Durchsicht gegeben wird, wie VW-Sprecherin Christina Peterneck der Volksstimme sagte. Bleibt dann trotz aller Sorgfalt das Auto infolge eines technischen Defektes oder eines Unfalls liegen, dann zahlt VW für Abschleppen, Hotel, Mietwagen etc. - und zwar weltweit. Anders herum: Ist die Werkstatt kein VW-Partner, gibt es keine Mobilitätsgarantie. Dann wäre es vielleicht sinnvoll, einen Schutzbrief zu haben.

Teil der Versicherung

Dass ein Schutzbrief als Teil der Kfz-Versicherung oft deutlich preiswerter ist als die vergleichbare Leistung innerhalb der Mitgliedschaft in einem Automobilclub, zeigt das Angebot des sachsen-anhaltischen Anbieters ÖSA. Da der Schutzbrief zur Kfz-Haftpflichtversicherung gehöre, gelte er für das Auto und ist nicht - wie beim ADAC - für eine Person allein ausgestellt, wie ÖSA-Sprecherin Ute Semkat erläutert. Den Schutzbrief gibt es bei der "Öffentlichen" für einen Pkw für zehn Euro im Jahr. Die Leistungen umfassen u.a. Pannenhilfe, Bergen, Abschleppen, Übernachtungskosten, Hilfe bei der Ersatzteilbeschaffung. Der zentrale Telefonservice (0391 -7367367) ist Tag und Nacht erreichbar.

Insgesamt zählen Versicherer 26 Millionen Schutzbriefverträge, wie Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der deutschen Versicherer (GDV) gegenüber der Volksstimme sagte.

Einige Versicherer - u.a. ARAG, R+V, HUK Coburg - haben gemeinsam eine dem ADAC ähnliche Autoflotte aufgebaut, die seit einigen Jahren als "Silber-Flotte" der Pannenhilfs-Organisation assistance partner GmbH Co. KG durch die Lande fährt, um Pannen- und Unfallhilfe zu leisten, wie Jarosch sagt. Ihren Dienst kann man über eine Notrufnummer oder über die Notrufsäulen an der Autobahn Tag und Nacht anfordern. Die Schutzbriefe - Pannenhilfe, Mietwagen, Übernachtung usw. - seien im Grund einander ähnlich. Sie gäbe es ab 10 bis 15 Euro Jahresbeitrag. Man könne Bausteine hinzukaufen.

Natürlich variiert das Leistungsspektrum von Versicherung zu Versicherung. Deshalb sollte man schon nach Kostenobergrenzen der Pannenhilfe, fürs Abschleppen oder für Mietwagen schauen, oder danach, ob die Schutzbriefe auch europaweit gelten und ob sie erst ab einer Mindestentfernung vom Wohnort gelten. Auch sollte geklärt sein, ob sich die Schutzleistungen auf alle Mitfahrenden erstrecken.

Wie überall sollte man nicht nur wissen, was man wirklich braucht, sondern auch das Kleingedruckte lesen. Schließlich ist eine Autopanne oder ein Unfall schon schlimm genug.