Düsseldorf (dpa) l Ob Flugzeuge, Schiffe, erneuerbare Energien oder auch Immobilien - geschlossene Fonds oder Genussscheine bieten Anlegern oft hohe Renditen. Allerdings sind solche Investments auch riskant. "Es gibt immer die Gefahr des Totalverlustes", erklärt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Bei einer Insolvenz des Unternehmens gehen Anleger meist leer aus. "Viele Verbraucher nehmen dieses Risiko nicht wahr."

Häufiger Grund sind die auf den ersten Blick attraktiven Versprechen: "Die Anbieter werben nicht nur mit hohen Renditen", sagt Oelmann. "Oft werden auch noch Steuersparmöglichkeiten in Aussicht gestellt." Auf Risiken wird hingegen nicht immer ausdrücklich hingewiesen. Das hat auch eine Untersuchung der Stiftung Warentest im vergangenen Jahr ergeben: In den Vermögensanlagen-Informationsblättern (VIB) sind entsprechend konkrete Hinweise oft versteckt oder zu allgemein formuliert.

"Ich muss mir bewusst sein, dass so ein Investment eine unternehmerische Beteiligung ist", erklärt die Verbraucherschützerin. Das heißt: Anleger werden Miteigentümer - mit allen Risiken. Anders als bei Aktien haben Anleger aber beispielsweise bei Genussscheinen kein Mitspracherecht. "Mitunter müssen sie sogar Geld nachschießen, wenn zum Beispiel ein geschlossener Fonds in Schwierigkeiten gerät." Auch lange Laufzeiten können ein Problem sein, denn Anleger kommen häufig nicht vor Ablauf an ihr Geld.

Es gibt allerdings ein Warnzeichen: "Immer, wenn untypisch hohe Zinsen versprochen werden, sollten eigentlich alle Alarmglocken angehen", sagt Oelmann. Denn je höher die versprochenen Zinsen, desto größer ist auch die Gefahr, dass das investierte Geld verloren geht.

Anleger sollten sich also besser vorher genau informieren. "Erst wenn sie alles verstanden haben und auch bereit sind, das Risiko zu tragen, sollten sie eine Entscheidung treffen", erklärt die Finanzexpertin.

Doch auch wenn solche Geldanlagen für einzelne Anleger möglicherweise infrage kommen: "Für die Altersvorsorge ist das eher nichts", sagt Oelmann.