Magdeburg (vs) l Zahnersatz muss nicht viel kosten. Am günstigsten ist die sogenannte Regelversorgung. Patienten sollten daher beim Zahnarzt nachfragen - sonst kann es schnell teuer werden.

"Viele Patienten glauben, dass Zahnersatz generell kostspielig ist", sagt Anja Girschik von der Magdeburger Beratungsstelle der UnabhängigenPatientenberatung Deutschland (UPD). Dabei gibt es fast immer eine Standardbehandlung, die sich finanziell in Grenzen hält und trotzdem medizinisch ausreicht.

Die Betroffenen sollten beim Zahnarzt nachfragen. Dieser müsse über verschiedene Möglichkeiten der Behandlung aufklären.

Die Regelversorgung für Zahnersatz umfasst eine Liste mit rund 50 medizinischen Einzelbefunden und passend dazu festgelegten Therapien. Die Kosten sind vergleichsweise niedrig, zudem zahlt die gesetzliche Krankenkasse etwa die Hälfte hinzu. Wer sein Bonusheft lückenlos über zehn Jahre geführt hat, kriegt bis zu 65 Prozent. An die 100 Prozent kann bekommen, wer nur geringe Einkünfte hat. "In diesem Fall lohnt es sich, die Kasse nach der sogenannten Härtefallregelung zu fragen", erklärt die Patientenberaterin.

Wie viel Geld sich sparen lässt, zeigt das Beispiel von Werner M., dem zwei Backenzähne gezogen werden müssen. Sein Zahnarzt empfiehlt ihm eine Keramikbrücke. Eigenanteil rund 2.550 Euro. Nur etwa 240 Euro würde Herrn M. bei vollem Kassenzuschuss die Regelversorgung mit einer Brücke aus Metall kosten. Wäre die Brücke im vorderen Zahnbereich, würde die Kasse anteilig noch eine Sichtverblendung aus Kunststoff bezahlen.

Wem eine solche Regelversorgung nicht ausreicht, der kann privat Extras hinzunehmen oder eine ganz andere Lösung wählen. "Die Kasse steuert in jedem Fall nur das bei, was sie für die Regelversorgung auch gezahlt hätte", betont die Beraterin.

Unabhängige Patientenberatung Deutschland, 39104 Magdeburg, Breiter Weg 228, Tel.0391-56283710