Brüssel (dpa) l Explosive Wasserkocher und Schuhe mit hautreizenden Chemikalien: Die Zahl gefährlicher Produkte in Europa wächst weiter. 2013 haben Europas Kontrolleure 2364 Waren, die die Gesundheit gefährdeten, aus den Regalen verbannt. Ein Plus von knapp vier Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel bei der Vorlage des "Rapex"-Jahresberichts mit. In der Hälfte der Fälle handelte es sich um giftige Textilien und riskantes Kinderspielzeug. Die meisten Risiko-Waren stammten aus China. Mit dem bloßen Auge können Verbraucher die Gefährlichkeit nicht erkennen. Einiges können sie jedoch tun:

Kinderspielzeug testen: Spielsachen sollten Kunden vor dem Kauf nicht nur anfassen, sondern daran so gut wie möglich zerren und ziehen. "Betasten und befühlen Sie die Sachen so, dass Sie davon ausgehen können, dass auch das Kind beim Spielen keine Teile ablösen kann", erläutert Dirk Petersen von der Verbraucherzentrale Hamburg. "Fühlen sich die Oberflächen unangenehm an, wirken sie etwa klebrig, sollten Sie auf jeden Fall davon Abstand nehmen." Wenn das Spielzeug riecht oder gar einen stechenden Chemiegeruch verbreitet, am besten nicht kaufen, warnt Petersen. Labels geben Auskunft, ob ein Spielzeug sicher ist - etwa das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit.

Kleidung überprüfen: Für Textilien gibt es kaum Informationen für Käufer. Auch hier rät die Verbraucherzentrale Hamburg: "Der Geruch von Produkten kann Hinweise darauf geben, ob man sie besser liegen lässt." Beißende, stechende chemische Noten ließen sich durchaus vom typischen Geruch neuer Textilien unterscheiden. Auf dem Etikett in Kleidungsstücken finden Verbraucher keine Informationen. Dort werden nur die Bestandteile des Stoffs aufgelistet, nicht aber womit er behandelt wurde. Verbraucher können auch beim Hersteller erfragen, ob in Kleidung Schadstoffe enthalten sind. Auf der Seite www.reach-info.de des Umweltbundesamtes (UBA) geben sie die Artikelnummer unter dem Strichcode des Produktes ein. Die Anfrage wird an den Hersteller oder Händler geschickt. Diese müssen innerhalb von 45 Tagen Auskunft geben.