Hamburg (dpa) l Im Ausland mit dem Handy zu telefonieren, galt bisher als sicherer Weg in die Kostenfalle. Ganz so schlimm ist es heute nicht mehr, zumindest innerhalb der Europäischen Union: Hier gelten inzwischen feste Preis-obergrenzen für Gespräche, Kurznachrichten und Internetbesuche. "Der genaue Blick in den Vertrag muss aber immer noch sein", warnt Anneke Voß von der Verbraucherzentrale Hamburg. Denn dort lauern noch immer kleine Fallstricke: So müssen Provider den EU-Tarif mit den Obergrenzen zwar anbieten, aber nicht unbedingt als Standardvariante.

Je nach Vertrag kann es also sein, dass zunächst ganz andere Preise gelten: "Der ist dann vielleicht in bestimmten Situationen günstig, aber anderswo sehr teuer", sagt Voß. Als Beispiel nennt sie Tarife, bei denen für ein paar Tage gar keine Roaming-Gebühren anfallen - danach steigen die Preise aber sprunghaft an. "Ich würde das rechtzeitig vor dem Urlaub checken", rät die Expertin.

Nach dem Willen des Europaparlaments sollen die Roaming-Gebühren künftig ganz wegfallen. Bis zu einer endgültigen Entscheidung dürfte es aber noch Monate dauern, bis dahin gelten weiter die Obergrenzen: Abgehende Anrufe kosten demnach höchstens 24 Cent pro Minute, ab dem 1. Juli nur noch 19 Cent. Für eine SMS werden zurzeit bis zu 8 Cent, ab dem 1. Juli dann 6 Cent fällig. Ein Megabyte Daten schlägt mit 45 Cent beziehungsweise 20 Cent zu Buche. Außerdem muss der Provider den Verbraucher per SMS informieren, wenn er im Ausland für mehr als 50 Euro gesurft hat.

Die Obergrenzen gelten nach Angaben der Verbraucherschützer allerdings nur innerhalb der EU. In der Schweiz und vielen anderen Urlaubsländern wie den USA und der Türkei kommen dagegen weiter schnell gewaltige Rechnungen zusammen. Wer hier unbedingt telefonieren und surfen will, lebt mit einer vor Ort gekauften SIM-Karte also eventuell günstiger.