Köln (dpa) l Gurken gehören zu den beliebtesten Gemüsearten. Sie enthalten viele Vitamine und Mineralien, jedoch kaum Kalorien. Christoph Andreas vom Versuchszentrum Gartenbau Straelen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen unterscheidet Schlangengurken, auch Salatgurken genannt, und Einlegegurken. Letztere sind robuster, können auch im Freiland gezogen werden und sind damit für Anfänger die beste Wahl. Sollen sie im Salat landen, lässt man sie einfach größer werden.

Im Handel und auf Bauernmärkten finden Verbraucher Setzlinge von Einlegegurken. Aber die Pflanzen lassen sich auch leicht selbst ziehen. "Der große Vorteil von Saatgut ist die Sortenvielfalt", sagt Thomas Wagner vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) in Berlin. "Allerdings ist Aussaat immer ein größeres Experiment." Ein guter Zeitpunkt für die Anzucht im Frühbeet oder auf der Fensterbank ist ab Ende April. Bei der Auswahl des Saatgutes sollte man auf Sorten setzen, die tolerant gegenüber Mehltau oder resistent sind.

Je zwei bis drei Samen kommen in einen zur Hälfte mit Anzuchterde gefüllten Topf. Mit drei bis vier Tagen ist die Keimzeit von Gurken extrem kurz. Aber nur der stärkste Sämling wird überleben: Wenn seine Blätter deutlich über den Topfrand hinwegschauen, werden die schwächeren Pflanzen entfernt und der Topf mit Erde aufgefüllt.

Nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn es in der Regel keine Spätfröste mehr gibt, dürfen die Pflanzen ins Freie. Das gilt auch für gekaufte Setzlinge. "Je wärmer, sonniger und geschützter der Standort ist, umso erfolgreicher ist der Anbau", erklärt Wagner. Ideal ist lockerer, luftdurchlässiger Boden mit einem hohen Humusgehalt. "Im Freiland kann man zwei bis drei Einlegegurken-Pflanzen pro Quadratmeter setzen", sagt Gemüseexperte Andreas. "Am besten pflanzt man sie in schwarze Mulchfolie." Darunter kann ein Bewässerungsschlauch geführt werden. Stehen noch kühlere Nächte an, bietet ein Garten-vlies Schutz.

Gurkenpflanzen mit Früchten zum Einlegen wachsen eigentlich am Boden entlang, sie können aber auch an einer Rankhilfe aus Maschendraht hochwachsen. "Dann braucht die Pflanze weniger Platz, die Gurken wachsen gleichmäßig und ohne Flecken, und die Blätter können immer mal wieder abtrocknen", erklärt Jochen Winkhoff von der Bundesfachgruppe Gemüsebau im Zen-tralverband Gartenbau (ZVG) in Berlin. Das Umfeld der zarten Gewächse sollte regelmäßig nach gefräßigen Schnecken abgesucht werden.