Berlin (dpa) l Um auf einen Golfplatz zu kommen, musste man früher zunächst investieren, also Clubanteile erwerben. Man konnte diese ein Leben lang behalten, verkaufen oder gar vererben. "Golf hat bei vielen noch ein elitäres Image", sagt der Marketing-Leiter des Deutschen Golf Verbandes (DGV), doch die Realität sehe anders aus.

Am bundesweiten Golf-Erlebnistag, der in diesem Jahr am 18. Mai stattfindet, nehmen rund 400 der insgesamt 724 deutschen Golfanlagen teil. Die Golfclubs bieten Schnupperkurse an, teilweise auch kostenlos. Und mehrwöchige Platzerlaubniskurse gibt es bereits ab 149 Euro.

Nur bei wenigen Golfclubs müssen Anteile erworben werden

Die Clubs auf Beteiligungsbasis seien längst die Ausnahme. "Die Mehrzahl, nämlich 72,5 Prozent, bieten ganz normale Jahresmitgliedschaften an", weiß Lawatsch. Gut 1100 Euro koste eine Vollmitgliedschaft mit unbegrenztem Spielrecht auf einer 18-Loch-Anlage im Schnitt. "Hier sind sowohl höhere als auch niedrigere Mitgliedschaftspreise berücksichtigt, sodass die monatlichen Kosten mit dem eines Fitnessstudios vergleichbar sein können", sagt Lawatsch.

Golfplatzunternehmer bieten heute zudem Jahres- oder Monatsmitgliedschaften mit einem variablen Tarifsystem an. Auch einmalige Aufnahmegebühren, die früher die Regel waren, würden inzwischen seltener erhoben. Daran könne man deutlich sehen, dass die Clubs "den aktuellen Anforderungen unserer Gesellschaft nach beruflicher Mobilität und Unabhängigkeit" gerecht werden wollen.

Zunehmend bieten Golfclubs auch Fern- oder Greenfee-Mitgliedschaften an, wobei erstere daran gekoppelt sind, dass man in einer gewissen Mindestentfernung zum Club wohnt. "Ansonsten funktionieren beide Modelle ähnlich", sagt DGV-Mann Lawatsch. "Der Spieler zahlt einen jährlichen Beitrag, dafür aber Greenfee (Entgelt bei Golfern), wann immer er spielt."

Ähnlich wie Fern- oder Greenfee-Mitgliedschaften funktioniert die Vereinigung clubfreier Golfer (VcG). Dort zahlt man 195 Euro pro Jahr. "Der Überschuss der VcG wird für bundesweite Aktionen zur Förderung des Golfsports eingesetzt, bei Greenfee- und Fernmitgliedschaften verbleiben die Einnahmen beim jeweiligen Mitgliedsclub und Vermittler", erklärt Lawatsch.

Platzreife bei vielen Clubs nicht mehr notwendig

Laut Johannes Podszun von der VcG gibt es in Deutschland derzeit nur zehn Clubs, die VcG-Mitglieder nicht auf den Platz lassen - bei 98,6 Prozent gebe es keine Probleme.

Ob sich eine solche Mitgliedschaft lohnt, hängt davon ab, wie oft man spielt. Laut Zahlen des DGV kostet ein Greenfee für eine 18-Loch-Runde durchschnittlich 49 Euro an Wochentagen und 62 Euro am Wochenende. Wer sich noch gar nicht für eine Mitgliedschaft entscheiden mag, findet laut dem DGV 376 komplett öffentliche Spielmöglichkeiten in Deutschland. 268 Anlagen fordern nicht mal die Platzreife.