Frage: Ich habe schon seit einigen Wochen ein brennend juckendes Gefühl in den Füßen. Veränderungen an der Haut kann ich aber nicht erkennen. Was kann die Ursache sein?
Antwort: Quälender Juckreiz ist ein Symptom, das ein Anzeichen für unterschiedliche Erkrankungen sein kann. Dazu zählen Krankheiten, die sich unter anderem an der Haut abspielen, aber auch innere Erkrankungen (z.B. Tumoren, Stoffwechselstörungen wie Diabetes, Leber- und Nierenleiden, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Darmparasiten, Hefepilzinfektionen und Nebenwirkungen von Medikamenten). Lässt sich keine organische Ursache feststellen, können auch psychische Gründe als Auslöser für ständigen Juckreiz in Frage kommen. Konsultieren Sie deshalb Ihren Hausarzt oder Hautarzt. Diese werden die entsprechenden Untersuchungen einleiten.

Ich habe ein gelegentliches Prickeln und Stechen in den Beinen. Die Probleme treten meist nachts im Bett auf. Seit sechs Jahren leide ich auch unter Diabetes. Kann es da einen Zusammenhang geben?
Die von Ihnen geschilderten Symptome können vielfältige Ursachen haben, zum Beispiel eine Nervensensibilitätsstörung bei Diabetes durch schlecht eingestellte Blutzuckerwerte. Sie sollten Ihren behandelnden Arzt auf Ihre Beschwerden aufmerksam machen und sich ggf. zu einem Neurologen überweisen lassen. Andere Ursachen lassen sich vom Hautarzt durch Analyse der Symptome und ggf. weiterführende Untersuchungen ermitteln.

Bei unserem fünfjährigen Enkel hat die Hautärztin eine Neurodermitis festgestellt. Ich habe gehört, man sollte alles vermeiden, was zum Schwitzen führt, denn durch das Schwitzen verschlimmert sich der Juckreiz. Unser Enkel ist allerdings sehr agil. Er spielt und rennt sehr viel. Was kann man gegen den Juckreiz tun? Ich möchte nicht sein kindliches Spiel verbieten.
Ein Verzicht auf kindliches Spielen ist auch gar nicht notwendig. Wenn die sportlichen Aktivitäten den individuellen Fähigkeiten der Patienten angepasst sind, kann der Sport sich nämlich durchaus günstig auf das Allgemeinbefinden auswirken. Wenn man nach körperlichen Aktivitäten schwitzt, empfiehlt sich ein lauwarmes Bad und anschließend das Eincremen der Haut mit rückfettenden Salben. Auf stark schäumende Seifen, Duschlotionen und Badezusätze sollten Neurodermitiker besser verzichten. Sie führen dazu, dass die Haut noch trockener wird. Sinnvoll sind hautfreundliche, rückfettende Salben.

Gibt es Nahrungsmittel, die man Kindern mit einer Neurodermitis nicht geben sollte?
Eine generelle Neurodermitis-Diät gibt es nicht. Was Patienten vertragen und was nicht, kann individuell sehr verschieden sein. Von bestimmten Lebensmitteln ist aber bekannt, dass sie besonders Hautreaktionen und Juckreiz auslösen können.
Je stärker die Haut entzündest ist, desto eher sollte man auf konservierte, sehr aromatische und sehr farbige Lebensmittel verzichten. Das gilt z.B. für gesüßte, gefärbte Säfte, Bonbons und andere Süßigkeiten, aber auch viele Obstsorten, einschließlich Erdbeeren und Zitrusfrüchte sowie scharfe, aromatische Gewürze. Mit Hilfe eines Erfahrungstests (Expositionstest) kann der Arzt feststellen, wie sich der Hautzustand ändert, wenn ein Lebensmittel weggelassen und erneut gegessen wird.

Mein Sohn (fünf Jahre) hatte schon mehrmals ohne ersichtlichen Grund einen Nesselausschlag mit juckenden, münzgroßen Quaddeln bekommen. Was lässt sich dagegen tun?
Zunächst müssen Infektionen oder allergie- oder pseudo-allergieauslösende Stoffe herausgefunden werden, auf die der Körper Ihres Kindes reagiert. Das können unter anderem Mandelentzündungen, chronische Nasennebenhöhleninfekte, Darmparasiten, Pflanzen, Tierhaare, bestimmte Nahrungsbestandteile oder auch physikalische Reize wie Kälte und Wasser oder Stress sein. Nur in wenigen Fällen ist eine Allergie die Ursache der Nesselsucht. Es kann helfen, ein tägliches Tagebuch zu führen, in dem Sie die Aktivitäten und Mahlzeiten des Kindes und das Auftreten von Symptomen zeitlich aufführen. Durch die Behandlung werden ggf. Infektionsursachen beseitigt. Auslöser müssen vermieden werden. Gegen akute, schwere Beschwerden bei Nesselsucht hilft der Einsatz von Antihistaminika, und, wenn notwendig, auch kortisonhaltige Präparate (innerliche Behandlung). Das ersetzt aber nicht die Ursachenbehandlung.

Ich bin 75 Jahre alt und körperlich noch recht fit. Probleme habe ich oft mit juckender und trockener Haut. Was kann ich dagegen tun?
Mit zunehmendem Alter bildet die Haut weniger Fett und kann weniger Feuchtigkeit speichern. Sie wird trockener und so anfällig für den Juckreiz. Hinzu kommt, dass sich die Haut im Alter nicht mehr so gut vor eindringenden Keimen schützen kann. Auf diese Weise wächst die Gefahr von juckenden Ekzemen. Ist die Haut sehr trocken und juckt, sollte man nicht häufiger als zweimal pro Woche duschen oder baden. Das tägliche Anwenden von rückfettenden Salben lindert die Symptome. Wenn sich dadurch die Pro- bleme nicht bessern, sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen.

Ich verspüre am ganzen Körper einen starken Juckreiz und ich habe trockene Haut. Kann es sich auch um eine Nebenwirkung von Medikamenten handeln? Ich muss wegen einer Herzerkrankung und einer Cholesterin-Stoffwechselstörung viele Medikamente einnehmen.
Juckreiz ohne deutliche Symptome an der Haut können ganz verschiedene Ursachen haben.
Dazu zählen auch Nebenwirkungen der die Blutfette senkenden Medikamente (sogenannte Statine). Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt darüber, der einen Auslassversuch und ggf. eine Umstellung der Medikamente vornehmen kann.
Bei Juckreiz ohne zusätzliche Zeichen an der Haut müssen auch Krebserkrankungen des Blutes bedacht werden.

Seit über einem Monat habe ich einen roten Hautausschlag auf der Brust, der brennende Schmerzen verursacht. Wenn ich an der Sonne bin, wird es schlimmer. Was kann ich dagegen tun?
Sie sollten einen Hautarzt aufsuchen, da die Symptome verschiedene, auch ernsthafte Ursachen haben können, z.B. ein Lichtekzem oder eine Autoimmunerkrankung (Lupus).

Vor wenigen Wochen waren mein Mann und ich im Urlaub in den Tropen. Ich bekam viele stecknadelgroße rote Bläschen an den Beinen, die stark juckten. Einige sind inzwischen zu größeren Quaddeln geworden. Was kann die Ursache sein?
Sie sollten einen Hautarzt aufsuchen, der durch Untersuchungen klären kann, was den Symptomen zugrunde liegt (z.B. Wanzen, Flohstiche). Insektensprays und Moskitonetze sind jedem Reisenden in den Tropen zwar zu empfehlen, sie bieten jedoch keine hundertprozentige Sicherheit vor Insektenstichen.