Prüfkriterien für Kinder- und Jugendreisen

Allgemeine Hinweise, Informationen des Reiseveranstalters
Welche weltanschaulichen Auffassungen/Wertorientierungen vertritt der Reiseveranstalter? Welche Aktivitäten ergeben sich daraus für die Freizeit?

Darstellung des Angebotes: Welche Leistungen sind mit dem Teilnehmerpreis beglichen? Sind die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) vollständig enthalten?

Buchbarkeit: Wie groß ist der Aufwand zum Buchen der Reise? Gibt es Aussagen zum Erreichen der Mindestteilnehmerzahl?

Erreichbarkeit: Sind aussagefähige Mitarbeiter des Veranstalters zu moderaten Zeiten außerhalb normaler Büroöffnungszeiten erreichbar?

Buchung: Wird vor der ersten Zahlung ein "Sicherungsschein" ausgehändigt?

Informationstätigkeit: Gibt es eine Beratungs-/Informationshotline während der Reisezeit? Welche Versicherung schließt der Veranstalter für die Reiseteilnehmer ab bzw. welche Absicherung ist im Reisepreis enthalten?

Anreise: Wann ist ein Ansprechpartner vom Betreuungsteam anwesend?

Beförderung: Wie erfolgt die Beförderung?

Unterkunft:
Wie groß sind die Mehrbettzimmer? Welche Räume sind zur Freizeitgestaltung vorhanden?

Verpflegung: Inwieweit können Wünsche der Reiseteilnehmer bei der Verpflegung berücksichtigt werden?

Betreuung: BWie ist das Betreuerteam ausgebildet und zusammengesetzt? Welchen Betreuungsschlüssel gibt es? Sind die Betreuer für das Thema sexuelle Gewalt und Ausbeutung sensibilisiert worden?

Programm: Gibt es ein Programm? Welche Möglichkeiten haben die Reiseteilnehmer das Programm mitzubestimmen?

Abreise: Wie gewährleistet der Veranstalter die sichere Rückkehr?

Taschengeld: Gibt es Möglichkeiten, das Taschengeld zu verwalten und Wertgegenstände aufzubewahren?

Mehr Informationen unter www.bundesforum.de

Berlin (dpa) l Das Angebot ist groß für Jugendliche, die das erste Mal ohne Eltern verreisen wollen: Jugendreisen mit Reiseleitern oder Betreuern, Sprachreisen, Sportreisen, selbst organisierte Reisen mit Freunden.

Ob man besser mit einem Veranstalter oder alleine reisen sollte, hängt vom eigenen Alter, der Selbstständigkeit und der Erfahrung ab. Ein Reiseleiter organisiert die Reise nur. Ein Betreuer hingegen sorgt auch tagsüber für Programm, man ist unter Aufsicht.

Wer das erste Mal ohne seine Eltern wegfährt, fängt besser klein an, rät Ulrich Gerth. Er ist Vorsitzender der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Städtereisen über ein längeres Wochenende seien gut. Für die Entfernung gilt die Faustregel, an einem Tag hin- und zurückfahren zu können.

Entscheidung treffen Familien selbst


Gesetzlich geregelt ist ein Urlaub ohne Eltern für Minderjährige nicht. "Das können nur die Eltern entscheiden", erklärt Undine Krebs, Anwältin für Familienrecht im Deutschen Anwaltverein. Den rechtlichen Rahmen steckt dafür das Jugendschutzgesetz ab. Eltern können die Aufsichtspflicht an die Reiseleiter oder Betreuer übertragen - Jugendliche dürften so auch länger als 24 Uhr in Begleitung in die Disco.

Entscheiden sich Jugendliche für eine organisierte Reise, sollten sie auf einiges achten. Das Bundesforum für Kinder- und Jugendreisen hat im Internet einige Kriterien zusammengestellt (siehe Infokasten). Das Forum gibt unter anderem die Mindestanzahl der Betreuer an: "Ist das Durchschnittsalter 17 Jahre, sollte ein Betreuer für 17 Kinder da sein", erklärt Sprecher Stephan Schiller. Einen Reiseveranstalter, der Jugendliche unter 18 im Urlaub unbeaufsichtigt lässt, stuft Schiller als unseriös ein. Eine gute Jugendreise bietet ein buntes Programm an. Vor allem Städte- und Sprachreisen seien derzeit im Trend.

Geld für den Urlaub selbst verdienen


Nach ersten, kleinen Schritten können Jugendliche ihren Radius ausweiten und sich selbst an der Planung einer Reise versuchen. Auch hier spielt das Alter wieder eine große Rolle. Denn ein Hotelzimmer dürfen Minderjährige ohne ihre Eltern nicht buchen.

Dass man lieber mit Freunden in den Urlaub fahren möchte, erklärt man seinen Eltern besser nicht von heute auf morgen. Gerth empfiehlt den Jugendlichen, öfter von verschiedenen Möglichkeiten zu reden und sich konkret zu informieren - vor allem über die Kosten. "Weihnachten wünscht man sich am besten schon das Geld für den Sommerurlaub." Außerdem könnten sich die Jugendlichen vor dem Urlaub einen Job suchen und sparen. Dass die Eltern den Urlaub bezahlen, könnten junge Leute nicht verlangen.