Die Symptome ähneln denen von Asthma, doch Ursachen und Therapien einer COPD-Erkrankung sind andere. Betroffene sollten selbst harmlose Infektionen nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Magdeburg l COPD ist die Abkürzung für eine "chronisch obstruktive Lungenerkrankung". Während Asthma meist schon im Kindes- oder Jugendalter auftritt, beginnt eine COPD meist erst ab dem 40. Lebensjahrzehnt. "Die mit großem Abstand häufigste Ursache ist langjähriges Rauchen", so Prof. Dr. Jens Schreiber, Chefarzt des Bereichs Pneumologie am Magdeburger Uniklinikum. Daneben gibt es arbeitsplatzbedingte Risiken, z.B. durch langjährige Inhalation von Stäuben oder giftigen Dämpfen.

Allein in Sachsen-Anhalt sind rund 100 000 Menschen betroffen. Weltweit gehört die COPD zu den häufigsten Todesursachen mit weiterer Zunahme.

Typisches Erstsymptom einer COPD ist der morgendliche Husten. "Er wird von Betroffenen oftmals unterschätzt", so Professor Schreiber, ist aber bereits ein Symptom der chronischen Entzündung der Bronchialschleimhaut. Diese Entzündung führt unter anderem zu einer zunehmenden Verengung der Bronchien und Zerstörung der kleinen Lungenbläschen (Lungenemphysem). Dadurch können die Patienten zunehmend schwerer ausatmen. Zunächst tritt die Atemnot nur unter körperlicher Belastung auf. Unbehandelt können Patienten oft nur noch wenige Meter laufen, ohne heftig nach Luft zu ringen. Im weiteren Verlauf tritt schwere Atemnot auch in Ruhe auf.

Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Zum Einsatz kommen verschiedene Medikamente, welche die Atemwege erweitern. Oftmals sind auch Kortison-Präparate notwendig. Ist der Auswurf eitrig verfärbt, ist das ein Hinweis auf bakterielle Infektionen.

Die wichtigste Maßnahme, die den langfristigen Krankheitsverlauf günstig beeinflusst, ist ein konsequentes Vermeiden des Rauchens. Es gibt inzwischen sehr effektive, medikamentöse und nichtmedikamentöse Möglichkeiten, nikotinabhängige Menschen dabei zu unterstützen, von dieser Suchterkrankung loszukommen, so der Lungenfacharzt.

COPD-Patienten bekommen häufiger eine Atemwegsinfektion bzw. eine Lungenentzündung als andere Erwachsene. Deshalb raten die Ärzte den Betroffenen zu einer Pneumokokkenimpfung und einer jährlichen Grippeschutzimpfung.

Im fortgeschrittenen Stadium einer COPD ist oftmals eine ergänzende Sauerstofftherapie notwendig. Bei einzelnen schwerkranken Patienten kann ein operativer Eingriff eine Möglichkeit sein, die Lebensqualität zu verbessern (siehe Beitrag: Volumenreduktion und Ventile für die Lunge). Bei einzelnen Patienten kann auch eine Lungentransplantation möglich sein.

Doch so weit sollte es gar nicht kommen. Wichtigste Vorsichtsmaßnahme ist es, nicht mit dem Rauchen zu beginnen oder spätestens nach der Diagnose einer COPD auf den Glimmstängel zu verzichten. Dazu ist es nie zu spät.

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