Bonn (dpa) l Exotische Tiere haben viele Eigenarten - das kann den Halter schnell überfordern. Die Folge: Immer wieder werden Echsen und andere Exoten im Heim abgegeben oder ausgesetzt. In den letzten fünf Jahren nahmen die 700 Tierheime, die Mitglied im Deutschen Tierschutzbund sind, allein rund 30000 Reptilien auf. Marius Tünte, Sprecher der Organisation mit Sitz in Bonn, erklärt die fünf häufigsten Fehler:

1. Kosten: "Infrarotleuchten, Terrarien, spezielles Futter: Exoten kosten viel Geld", sagt Tünte. Häufig brauchen solche Tiere auch eine spezielle Behandlung, die normale Tierärzte nicht leisten können. Sie müssen dann zu Spezialisten. Das kann schnell teuer werden.

2. Fehlendes Fachwissen: Wenn der Leguan sich nicht bewegt: Ist er dann krank oder ist das normales Verhalten? "Derartige Fragen wissen viele Halter nicht richtig einzuschätzen und reagieren falsch", erläutert Tünte. Wer sich einen Exoten zulegen will, sollte vorher entsprechendes Fachwissen sammeln.

3. Falsche Planung: Tierbörsen verleiten laut Tünte oft zu Spontankäufen. "Ein Chamäleon kostet 30 bis 50 Euro und wird einfach mal mitgenommen." Da könne es etwa passieren, dass jemand auf einer Veranstaltung in Nordrhein-Westfalen ein Tier kauft, welches er zu Hause in Hessen aufgrund einer anderen Gesetzeslage nicht halten darf.

4. Eigenarten des Tieres: Papageien beispielsweise seien Schwarmtiere, die alleine nicht leben können. Leguane wiederum hätten ein ausgesprochenes Revierdenken, erklärt der Experte. "Hält man sie mit anderen Männchen, sind sie enorm unter Stress." Viele denken außerdem, dass Schildkröten so alt werden wie Hunde. Dabei können sie bis zu 80 Jahre leben. Oft sind Exoten auch nicht zum Spielen und Schmusen zu haben.

5. Haltung: Eine Wasserschildkröte ist zunächst ganz klein, wird aber groß wie ein Suppenteller. Leguane wachsen auf bis zu zwei Meter Länge. "Solche Punkte werden oft unterschätzt", sagt Tünte. Die Folge: zu kleine Käfige und Terrarien. Die richtige Temperatur und Luftfeuchte sind ebenso elementar. "Bei falschem Klima leiden die Tiere. Das führt nicht selten zum Tod."

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