Magdeburg l Professor Raimund Firsching kann schon darauf warten, dass das erste Badeunfall-Opfer der Saison bei ihm eingeliefert wird. "Sobald der Hochsommer anbricht, geht es los", berichtet der Chef der Neurochirurgie am Magdeburger Uniklinikum. Auf seinem Behandlungstisch landen Menschen, die kopfüber in zu flaches Wasser gesprungen sind. "Durch die Wucht des Aufpralls verletzen sie sich an der Halswirbelsäule. Das führt zu Brüchen und Prellungen des Rückenmarks", erklärt er. Die Konsequenz: Wer Glück hat, ist kurzzeitig querschnittsgelähmt - wer Pech hat, für immer.

Mindestens acht solcher Badeunfälle hat Firsching vergangenen Sommer behandelt, knapp die Hälfte blieb querschnittsgelähmt. "Die Menschen können sich oft nicht vorstellen, dass so etwas passieren kann." Sein Rat: "Wenn man in einen See springt, dann immer beim ersten Mal mit den Füßen zuerst." Bei trübem Wasser sollte man es ganz sein lassen.

Auch Professor Felix Walcher muss schon bald mit seinem ersten Badeunfall-Patienten rechnen. Er ist Leiter der Unfallchirurgie am Magdeburger Universitätsklinikum. "Jeden Sommer behandeln wir mehrere Fußverletzungen", erzählt er. Die Patienten haben sich meist Steine oder Glasscherben eingetreten. "Oft bemerken sie erst nach Wochen, dass sie einen Fremdkörper im Fuß haben. Da man solch eine Scherbe im Röntgenbild nicht sieht, müssen wir sie aufwändig ertasten und dann operativ entfernen." Die Heilung kann Wochen dauern.

Er rät dazu, prinzipiell Schuhe im Wasser zu tragen - egal ob im Meer oder heimischen Baggersee. "Man muss sich nicht einmal Badeschuhe kaufen", sagt er. Normale Outdoor-Sandalen sind genauso gut geeignet."

Walcher betreut noch eine weitere Gruppe von typischen Ferienverletzungen: die nach Grillunfällen. "Viele benutzen flüssigen Brandbeschleuniger, wenn das Holz nass ist." Doch der könne eine Stichflamme verursachen. Es sei sogar möglich, dass die Flasche in der Hand explodiert. Die Folge können Verbrennungen an Händen, Gesicht, Bauch und Brust sein - sogar teils dritten Grades. Walcher rät daher zu Alternativen. "Besser ist es, festen Brandbeschleuniger zu nehmen."