Berlin (dpa) l Senioren sollten es beim Urlaub an der See langsam angehen lassen. Auch wenn es verlockend ist, gleich nach der Ankunft schwimmen zu gehen, warten sie damit besser. Das gilt vor allem dann, wenn sie eine längere Anfahrt zum Strand haben. "Wer aus dem Binnenland beispielsweise an die Ostsee fährt, sollte seinem Körper erst mal Zeit zum Ankommen geben", sagt Andreas Paatz von der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Im Alter gehe das nicht mehr so schnell wie in jüngeren Jahren. "Deshalb nicht gleich ins Wasser springen, sondern erst mal runterkommen und genug trinken", rät Paatz. Das halte den Kreislauf stabil.

Wer sofort losschwimmt, riskiert Kreislaufprobleme

Es passiere immer wieder, dass Ältere ihre körperliche Leistungsfähigkeit überschätzen. Am vergangenen Wochenende waren drei Menschen beim Baden in der Ostsee ums Leben gekommen, darunter ein Ehepaar, beide Partner waren 59 Jahre alt. Bereits vor einer Woche war auf Usedom ein 70-jähriger Urlauber in der Ostsee ertrunken.

An der deutschen Küste sind außerdem die Temperaturunterschiede zwischen Luft und Wasser laut Paatz nicht zu unterschätzen. Selbst an einem heißen Wochenende sei das Wasser momentan nur 16 bis 18 Grad Celsius warm. "Der Körper ist erhitzt, deshalb sollte man sich abkühlen und dann langsam ins Wasser gehen." Wer sofort losschwimmt, riskiert Kreislaufprobleme bis hin zum plötzlichen Herztod.

Probleme bereiten oft auch die Windverhältnisse: Ablandiger Wind sorge dafür, dass Schwimmer immer weiter aufs Wasser hinaus getrieben werden. Manche gerieten dann in Panik, weil sie keine Kraft mehr haben, um ans Ufer zurückzuschwimmen. "Und Rufen fällt aus der Entfernung schwer", erklärt Paatz.