Saarbrücken (AFP) l Bei Kunden, die ihr Girokonto überziehen, langt die Bank kräftig zu. Kunden sollten deshalb ihren Kontostand gut im Auge behalten und vor allem bei größeren Ausgaben lieber andere Kreditangebote prüfen.

1. Was sind Dispo- und Überziehungszinsen?
Dispo- und Überziehungszinsen werden fällig, wenn ein Bankkunde kein Geld mehr auf dem Girokonto hat, es aber weiter belastet wird und ins Minus rutscht. Zunächst gewährt die Bank in der Regel einen Dispositionskredit. Dieser ermöglicht eine begrenzte Überziehung. Limit sind oft zwei oder drei Monatsgehälter. Für Überziehungen in diesem Rahmen gilt der Dispozinssatz. Wird das Konto über diesen Rahmen hinaus überzogen, fallen Überziehungszinsen an. Diese liegen oft mehrere Prozentpunkte höher.

2. Wo erfahren Bankkunden, wie hoch ihre Dispozinsen sind?
Banken informieren darüber unter anderem mit Aushängen in ihren Filialen oder auf ihren Internetseiten. Auch die Berater erteilen Auskunft. Eine weitere Informationsquelle ist der Kontoauszug, wenn fällige Zinsen abgerechnet werden, etwa zum Ende eines Quartals. Dann müssen die Konditionen auf den Kontoauszügen abgedruckt werden.

3. Was sind die Vor- und Nachteile von Dispokrediten?
Vorteil ist, dass eingeräumte Dispokredite nicht erst beantragt werden müssen, sondern sofort verfügbar sind. Die Zinszahlungen verringern sich mit jedem Zahlungseingang auf dem Girokonto; es gibt keine festen monatlichen Raten zur Rückzahlung. Nachteil ist die Zinshöhe. Außerdem können Banken Dispokredite kurzfristig kündigen und zurückfordern, etwa wenn sie Zweifel an der Zahlungsfähigkeit eines Kunden bekommen.

4. Wie können Bankkunden hohe Dispozinsen umgehen?
Verbraucher können mit ihrem Institut vereinbaren, dass ein Konto nicht überzogen werden darf. Finanzexperten raten aber dazu, zumindest einen Dispo-Rahmen von 500 Euro einzurichten. So ist es möglich, dass regelmäßig fällige Beträge wie Telefonrechnungen auch während einer Urlaubsreise abgebucht werden können. Dadurch lassen sich unter Umständen Mahngebühren sparen, welche die Kosten für Dispozinsen übersteigen können.

Zudem gibt es spezielle Girokonto-Typen wie Kinderkonten, die als reine Guthabenkonten angeboten werden und nicht überzogen werden können.

5. Gibt es Alternativen zum Dispokredit?
Bei größeren Ausgaben raten Verbraucherschützer davon ab, das Girokonto dauerhaft zu überziehen. Sie empfehlen stattdessen einen Raten- oder Abrufkredit mit niedrigeren Zinsen. Ratenkredite sind Darlehen über eine bestimmte Summe und einen bestimmten Zinssatz, die in einem festen Zeitraum zurückgezahlt werden.

Abrufkredite funktionieren ähnlich wie Dispokredite mit einem Kreditrahmen, jedoch muss meist monatlich ein bestimmter Betrag zurückgezahlt werden.