Schwermetalle
Wildpilze in Sachsen-Anhalt sind unterschiedlich stark mit Schwermetallen belastet. Aus den Untersuchungen zwischen 1993 bis 1998 ergab sich eine überdurchschnittliche Anreicherung bei:

- Hallimasch (Cadmium)
- Safranschirmpilz (Blei und Quecksilber)
- Parasol (Blei, Cadmium, Quecksilber, aber unter Richtwert von fünf Milligramm)
- Anis- und Wiesenchampignons (Cadmium sehr hoch, Quecksilber)
- Butterpilze (Blei)
- Wiesenchampignons und Riesenboviste (Cadmium und Quecksilber)

Magdeburg l Die Pilz-Saison hat in Sachsen-Anhalt begonnen. Als Pilzberater Jürgen Karassek jetzt aus der Colbitzer Heide zurückkam, hatte er einen ganzen Korb voll essbarer Exemplare gefunden. Die meisten davon waren Röhrlinge: Steinpilze, Flockenstielige Hexenpilze, Rotkappen, Birkenpilze, Rotfußröhrlinge und Ziegenlippen.

Die sogenannten Röhrlinge haben unter dem Hut statt der Lamellen einen Schwamm. Dieser ist die Fruchtschicht des Pilzes, in dem sich die zur Fortpflanzung wichtigen Sporen bilden. Zwar gibt es unter den Röhrlingen deutlich weniger giftige Arten als bei den Lamellenpilzen, doch trotzdem musste sich Jürgen Karassek jeden Pilz genau anschauen. "Denn die Unterschiede sind nicht leicht erkennbar", so der Magdeburger.

Am einfachsten ist es noch beim Gallenröhrling, der zwar nicht giftig ist, aber mit seinem bitteren Geschmack ein Pilzgericht verderben kann. Er ist leicht an seinem schwarzen Netz auf dem Stiel sowie an seinem weißlichen, später lachsrosafarbenen Futter, das oft unter dem Hutrand hervorquillt, zu erkennen. Letzte Zweifel können ausgeräumt werden, indem man ein Stückchen herausschneidet und an die Zunge hält. Schmeckt es sehr bitter, kann der Pilz stehen bleiben.

Schwieriger von essbaren zu unterscheiden sind zwei andere bittere Gesellen: der Schönfußröhrling und der Wurzelnde Bitterröhrling. Der Schönfußröhrling hat einen hellen, graubraunen Hut, einen gelbgrünen Schwamm, der Stiel ist zum Hut hin gelb, unten rot gefärbt mit einem feinen Netz, das Fleisch blaut nur leicht. Der Wurzelnde Bitterröhrling hingegen hat einen blassgrau bis braungrauen Hut, gelbe Röhren, einen gelblichen Stiel, der zwar auch ein feines Netz hat, aber meist nicht rötlich gefärbt ist und eine knollige Wurzel hat. Er blaut stärker als der Schönfußröhrling. Er wächst im lichten Laubwald und ist eher selten.

Selten ist auch der giftige Satansröhrling, der in Sachsen-Anhalt vor allem im Harz und im Huy zu finden ist. Er braucht Wärme und kalkhaltige Böden. "Trotzdem sollte man immer auf der Hut vor ihm sein", sagt Jürgen Karassek. Für ihn ist das wichtigste Erkennungszeichen, dass der Hut des Satanspilzes steingrau ist. Außerdem hat der Schwamm rote Röhrenenden, bei jungen Satanspilzen ist er allerdings noch gelb. Der Stiel hat außerdem ein feines, rötliches Netz und ist dickbauchig und blaut schwach. Vorsicht ist auch bei einem Verwandten angebracht, dem Netzstieligen Hexenröhrling. Denn dieser ist zwar an sich essbar, doch er wird giftig, sobald Alkohol dazu getrunken wird. Sein Hut ist aber eher dunkelbraun, der Stiel zuerst gestreckt, dann keulig verdickt.

Laut Jürgen Karassek ist die Blaufärbung der Röhren kein zuverlässiges Indiz, ob ein Pilz essbar oder giftig ist. Denn bei den meisten Röhrlingen läuft der Schwamm blau an, sobald er beim Durchschneiden mit Sauerstoff in Kontakt kommt. Nur bei Steinpilzen, Gallenröhrlingen und noch ein paar anderen Arten gibt es gar keine Blaufärbung.

   

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