Die Besten im Test
Die Stiftung Warentest hat gemeinsam mit dem ADAC Winterreifen getestet:
Für Kleinwagen (175/65 R14 T), mit der Note "Gut" bewertet: "ContiWinterContact TS850" von Continental, "SP Winter Response 2" von Dunlop, "Alpin A4" von Michelin sowie "Winterhawk 3" von Firestone.
Für Kompakt- und MIttelklassewagen (195/65 R15 T), mit der Note "Gut" bewertet: "ContiWinterContact TS 850" von Continental, "Blizzak LM 001" von Bridgestone, "SP Winter Sport 40" von Dunlop und "Speed-Grip 2" von Semperit.

Magdeburg l Jetzt ist die beste Zeit, um den Zustand der Winterreifen zu überprüfen. Denn im Laufe des Oktobers sollten sie montiert werden. So bleibt noch genug Zeit, um gute Neue (siehe Infokasten) zu besorgen, denn die sind meistens schnell ausverkauft.

"Das Profil der Winterreifen sollte mindestens vier Millimeter tief sein", erklärt Reiner Prest, Prüfingenieur beim TÜV Nord in Magdeburg. Gesetzlich seien zwar nur mindestens 1,6 Millimeter vorgeschrieben, doch die Praxis zeige, dass der Reifen dann bei winterlichen Straßenverhältnissen zu wenig Grip habe.

Der Prüfingenieur sieht häufig Fahrzeuge in der Haupt-untersuchung, die zwar noch genügend Profil auf den Reifen, aber auch schon Risse im Gummi haben. "Auch Wenigfahrer sollten alle fünf Jahre neue Reifen kaufen", rät er. Denn der Gummi werde mit der Zeit hart und spröde und könne dann bei der Fahrt reißen. Selbst kleine Haarrisse könnten schon gefährlich werden.

Zwar gibt es bislang keine generelle Winterreifen-Pflicht, doch wer bei Schnee und Glätte mit Reifen ohne M+S-Zeichen oder Schneeflockensymbol unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld von 60 bis 80 Euro und einen Punkt in Flensburg.

Bei einem Unfall mit Sommerreifen auf Schnee besteht außerdem Gefahr, dass die Kfz-Versicherung nicht voll leistet, weil der Halter und Fahrer dann mithaftet.

Nach der Straßenverkehrsordnung gelten zwar auch Ganzjahresreifen als geeignet, wenn sie entsprechend gekennzeichnet sind. Doch Reiner Prest empfiehlt aus Sicherheitsgründen, lieber getrennte Sommer- und Winterreifen zu nehmen, denn dann sei die Gummimischung optimal auf die jahreszeitlichen Temperaturen eingestellt. Das zeigt auch die neueste Untersuchung der Stiftung Warentest gemeinsam mit dem ADAC, bei der Ganzjahresreifen keine Note besser als "Ausreichend" erreichten. Aber auch bei den reinen Winterreifen gab es große Qualitätsunterschiede beim Fahr- und Bremsverhalten auf winterlichen Straßen. Sowohl bei Klein- als auch bei Mittelklassewagen waren zwei Modelle "mangelhaft".

Ob neu oder alt, in jedem Fall sollten die Reifen bei der Montage ausgewuchtet werden, auch wenn das in der Werkstatt extra kostet. Denn gerade eingelagerte Gummis können sich in den Sommermonaten verzogen haben, so Prest.