Magdeburg (dpa/ksi) l Während Pilzsammler jubeln, wenn sie im Wald einen Hallimasch finden, geraten Hobbygärtner in Alarmbereitschaft. Denn sprießen in der Nähe eines Baumstammes die schmackhaften Speisepilze, dann ist die Gefahr groß, dass der Baum in den nächsten Jahren sterben wird.

"Der Hallimasch ist ein echter Parasit", sagt Jürgen Karassek, Pilzberater aus Magdeburg. Meist wachse er in Büscheln auf dem Waldboden. Doch es gibt nicht nur den einen Hallimasch. Bekannt sind 30 Arten, sieben davon sind bereits in Europa gesichtet worden. Jürgen Karassek rät, bei der Bestimmung ein Pilzhandbuch mitzunehmen oder einen Pilzberater in der Nähe aufzusuchen. Bei der Zubereitung sei darauf zu achten, dass nur die Hüte schmackhaft seien, die Stiele hingegen eher zäh.

Hallimasch hat positive und negative Seiten

Im Garten werden Hallimaschs meist erst spät entdeckt. Denn die Gefahr zeigt sich nur unterirdisch: Das Myzel des Hallimaschs dringt unbemerkt in das Holz ein. Hinweise liefern aber ein paar hübsche Hutpilze, die sich im Sommer und Herbst im Gras zeigen. Finden Hobbygärtner noch bis Dezember am Wurzelauslauf ihres Baums eine Gruppe brauner, rötlicher oder honiggelber Hutpilze, sollten sie sich das Gehölz genauer anschauen. Es kann einen schlimmen Pilzbefall haben. Darauf weist Brigitte Goss von der Bayerischen Gartenakademie in Veitshöchheim hin. Der Hallimasch bilde diese Fruchtkörper, er gehöre zu den weltweit verbreitetsten Schadorganismen für Bäume.

Er hat grundsätzlich gute und schlechte Seiten: Zwar kommt er in jedem Boden vor und ist wichtig zum Abbau von totem Holz, aber er kann auch gesundes Gehölz erheblich schädigen. Anfällig sind Bäume, die bereits von Schädlingen befallen sind, in Staunässe stehen oder unter Wasser- und Nährstoffmangel leiden. Über Wunden dringt der Hallimasch in das Holz ein. In vielen Fällen kann sich der Baum den Angaben zufolge selbst erfolgreich wehren. Gelingt ihm dies nicht, zerstört der Hallimasch die Wachstumsschichten. Das dauert mehrere Jahre, dann stirbt der Baum ab.

Ausmachen können Hobbygärtner den Befall an weißen Myzellappen zwischen Rinde und Holz. Im Boden finden sie ein bis drei Millimeter starke und lange Myzelstränge. Sie können von Baum zu Baum wachsen. Das Myzel kann auch die Rasengräser austrocknen. Ist es nachts komplett dunkel, kann betroffenes Holz leuchten, denn der Pilz besitzt die Fähigkeit, Licht zu erzeugen. Hobbygärtner können wenig gegen den Hallimasch unternehmen - der Baum ist spätestens in ein paar Jahren verloren. Aber das Wachstum des Pilzes und damit der Befall weiterer Bäume lässt sich einschränken. Gartenexpertin Brigitte Goss rät, befallene Bäume zu fällen sowie Wurzeln und Baumstumpen ganz aus dem Garten zu entfernen. Das entziehe dem Pilz die Nahrungsgrundlage.

Auch sollten Hobbygärtner nicht mit schwerem Gerät über ihren Gartenboden fahren. Verdichtet sich die Erde, kann das zu Verletzungen an den Wurzeln führen - der Pilz kann dann leichter ins Holz eindringen.