Beratung
Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt berät auch zum Energieverbrauch. Eine halbstündige Beratung kostet fünf Euro, vor Ort 10 Euro. Termine können unter 0345 / 29 803 29 vereinbart werden. Wer mit einer Gastherme heizt, kann auch über den Wechsel des Gasanbieters sparen. Vergleichsportale wie Verifox oder Check24 werden von Stiftung Warentest empfohlen.
Wichtig bei der Auswahl ist: Erstvertragslaufzeit nicht mehr als 24 Monate, Kündigungsfrist sechs Wochen, Preisgarantie für mindestens zwölf Monate, keine Pakettarife, keine Neukundenboni, keine Vorkasse oder Kaution.

Magdeburg l Jeder dritte Deutsche schätzt, dass er noch fünf bis zehn Prozent an Heizkosten sparen könnte. Spätestens wenn die hohe Nebenkostenabrechnung vom Vorjahr eintrifft, reagieren auch viele. Mit ein paar einfachen Kniffen lassen sich die Heizkosten reduzieren, erklärt Joachim Döll, Energieberater bei der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt in Magdeburg:

1. Entlüften:
Gluckert es im Heizkörper, wenn man das Thermostat aufdreht, dann ist Luft in der Leitung. Mithilfe eines kleinen Schlüssels, den man im Baumarkt bekommt, lassen sich die meisten Heizkörper am seitlichen Ventil entlüften. Dann wird der Heizkörper auch wieder gleichmäßig warm. Entlüftet werden sollte am heißen Heizkörper. Dafür sollten alle aufgedreht werden.

2. Freie Bahn:
Vor einem Heizkörper sollte generell nichts stehen. Denn das mindert das Heizverhalten. Auch Fensterbänke, die über den Heizkörper ragen, sind ungünstig. Denn die Wärme kann dann nicht ungehindert nach oben zur Decke aufsteigen, sondern gleitet von der Fensterbank direkt an den Boden.

3. Thermostate:
Wer tagsüber länger aus dem Haus ist, sollte die Wohnung nicht komplett auskühlen lassen. Besser ist es, programmierbare Thermostate zu installieren, die es in jedem Baumarkt ab etwa 20 Euro gibt. Diese lassen sich leicht selbst anschrauben, ohne dass die Gefahr besteht, dass Wasser aus dem Heizkörper läuft. Die Thermostate senken dann beispielsweise bei Abwesenheit die Raumtemperatur auf 16 bis 18 Grad ab und heizen sie vor der Heimkehr wieder auf mollige 21 Grad hoch. Das kann bis zu 30 Prozent Heizkosten sparen. Viele Modelle schalten sich bei geöffnetem Fenster auch automatisch ab.

4. Wohlfühltemperatur:
Die meisten Menschen empfinden 21 Grad als optimale Wärme im Raum. Wer jedoch einen dickeren Pullover anzieht und mit 20 Grad auskommt, spart sechs Prozent der Heizkosten ein. Für das Bad werden 22 Grad empfohlen, im Schlafzimmer reichen 16 bis 18 Grad. Werden die Räume unterschiedlich beheizt, sollten die Türen geschlossen bleiben.

5. Isolation:
Steht im Altbau der Heizkörper in einer Nische, dann lohnt es sich, auf die Wand dahinter Isoliermatte aus dem Baumarkt zu kleben. Diese dämmt die kalte Außenwand und lässt die Wärme besser nach vorne strahlen. In modernen Gebäuden ist das in der Regel nicht nötig, weil die Heizkörper nicht mehr in Nischen eingebaut sind.

6. Lüften:
Feuchte Luft erwärmt sich schlechter als trockene. Deshalb sollte regelmäßig gelüftet werden. Ein Hygrometer kann außerdem dabei helfen, die Feuchtigkeit zu messen. Sie sollte bei 50 bis 55 Prozent liegen, nicht darüber. "Um sinnvoll zu lüften, sollte es draußen kälter sein als drinnen", erklärt Joachim Döll. Sonst gelange zuviel Feuchtigkeit in die Wohnung. Außerdem sollte nie mit gekipptem Fenster gelüftet werden. Da ginge zuviel Wärme verloren, die Luft werde nicht richtig ausgetauscht. Zum Lüften sollte man die Fenster im Winter für fünf bis zehn Minuten weit öffnen und die Heizkörper in der Zeit ausstellen.

7. Geschoss:
Wer auf Wohnungssuche ist, sollte bei der Auswahl auf die Geschosshöhe achten. Im Dachgeschoss muss mit 40 bis 60 Prozent höheren Heizkosten gerechnet werden als bei einer Wohnung in der Mitte. Auch Erdgeschosswohnungen haben einen höheren Energieverbrauch, wenn die Kellerdecke nicht gedämmt ist. Der Energiepass ist außerdem eine gute Informationsquelle über den Heizkostenbedarf in einer Wohnung.

8. Nachbarn:
Wie gut das eigene Heizkostensparen funktioniert, hängt sehr von der Nachbarschaft ab. Selbst wer in der Mitte wohnt, hat einen höheren Energiebedarf, wenn in den Wohnungen darüber oder darunter weniger oder gar nicht geheizt wird. Leerstand ist besonders gravierend, da die Wärme sich dann in die kältere Nachbarwohnung bewegt. Somit muss die bewohnte Wohnung mehr Energie aufbringen. Ein Grad Temperaturverlust entsprechen dann sechs Prozent mehr Heizkosten, wenn die Raumtemperatur in den Nachbarwohnungen kälter ist als in der eigenen.

9. Heizen:
Das Heizungsthermostat wird oft voll aufgedreht, um einen kalten Raum schnell aufzuwärmen - das ist aber gar nicht nötig. Steht das Ventil zum Beispiel auf Stufe fünf, bedeutet das nicht, dass die Heizung schneller heizt, sondern dass eine höhere Zieltemperatur angestrebt wird. Das erklärt die Verbraucherzentrale Energieberatung. Dabei erreicht die Heizung auch bei Stufe drei eine angenehme Raumtemperatur von 20 Grad, die durch das Thermostat gehalten wird. Wer seine Heizung bis zur höchsten Stufe aufdrehe, verschwende oft nur Heizenergie.