Pinneberg (dpa) l Ein Gehölz, das man in vielen Gärten antrifft, ist der Buchsbaum - aus gutem Grund. "Das Gehölz ist heimisch, immergrün, standorttolerant und schnittverträglich", erklärt Michael Kutter, Vizepräsident des Bundes deutscher Baumschulen. Gerade letzteres ist ein Grund für seine große Beliebtheit: Durch einen regelmäßigen Schnitt formt selbst der Hobbygärtner die Pflanzen mühelos zu Kugeln oder Kegeln.

Trotz seiner Beliebtheit hat der Buchsbaum Probleme: Seit einigen Jahren leidet er stark unter der Pilzkrankheit Buchsbaum-Blattfall und unter dem Schädling Buchsbaumzünsler, einer gefräßigen Schmetterlingsraupe. "Der Pilz kommt auf allen Böden vor", erklärt Heinrich Beltz, Leiter des Versuchswesens Baumschule der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die Blätter werden braun und fallen ab. Gerade warme Witterung mit anhaltender Nässe sowie anschließend warme Sommernächte, in denen das Laub nicht abtrocknet, begünstigen das Auftreten. Schlecht sind daher schattige, windstille Standorte.

"Windstille ist ein Aspekt, der auch den Buchsbaumzünsler fördert", sagt der Buchautor Beltz. "Dieser Schädling wurde erst 2006 das erste Mal in Baden-Württemberg gesichtet", erklärt Kutter. Die Raupe frisst sich von innen nach außen durch die Büsche, wo sie sich verpuppt. Die Pflanzen treiben wieder aus, aber stark geschädigt.

Gegen den Pilz können Gärtner sich mit der richtigen Sorte schützen. "Der traditionelle Einfassungsbuchs (Buxus sempervirens `Suffruticosa`) ist eine der empfindlichsten Sorten", sagt Beltz. Ebenso sei die Sorte "Blauer Heinz" häufig betroffen. Widerstandsfähiger ist die Standardsorte Buxus sempervirens var. arborescens, sogar verhältnismäßig unempfindlich sind "Faulkner" und "Herrenhausen". Den Raupen wird man hiermit aber nicht Herr.

Aber vom Verzicht auf das Gehölz halten Gartengestalter wenig: "Eine richtige Alternative gibt es für den Buchsbaum nicht", sagt Beltz. Dennoch hat er Empfehlungen: "Im Norden beispielsweise kann man den Buchsbaum durch die Japanische Hülse ersetzen." Sie braucht saure Böden und milde Winter, daher ist sie in Süddeutschland weniger geeignet. Auch nur begrenzt frosthart ist Berberis buxifolia "Nana".

Der Buchsbaum ist genügsam. "Am besten wächst er auf kalkhaltigen, lehmigen Böden", sagt Kutter. Er empfiehlt eine durchlässige, feuchte Erde, die nicht Nässe staut. Der Buchs vertrage schattige wie sonnige Standorte. Aber können die Blätter im Schatten nur schlecht abtrocknen, begünstige das die Entwicklung des Pilzes. Ist die Sonneneinstrahlung sehr intensiv, können die Blätter verbrennen. Beide Probleme muss der Hobbygärtner beim Gießen bedenken: Das Blatt darf nie nass werden - sonst bildet sich der Pilz, und die Tropfen verstärken die Sonneneinstrahlung wie eine Lupe.

Wichtig ist die Düngung. Kutter warnt vor stickstoffbetonten Düngerpräparaten, da sie ebenfalls die Infektionsgefahr mit dem Pilz erhöhen. "Optimal ist es, Ende August und Anfang September einen Kalimagnesia-Dünger auszubringen", sagt der Gartenbau-Ingenieur.

Die Schnittsaison beschränkt sich auf die Hauptwachstumszeit von April bis Juli. Die Pflanze treibt danach neu aus, und die Triebe kommen so optimal ausgereift durch den Winter. Grundsätzlich gilt innerhalb des viermonatigen Zeitraums: Je öfter man zur Schere greift, desto besser. "Die Pflanze verträgt einen Schnitt im vierwöchigen Turnus." An feuchtwarmen Tagen unterlässt der Gärtner das Schneiden am besten, denn dann machen die verletzten Blätter dem Pilz das Eindringen leicht.