Für 10 Euro ermittelt Finanztest eine Versicherung für Ihren Bedarf: test.de/analyse-haftpflicht.

Berlin (vs) l Es gibt immer mehr sehr gute Privathaftpflichtversicherungen mit viel Extrasicherheit, stellt die Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest 12/2014 fest. Ein Wechsel lohnt sich. Wer die Versicherung schon hat, sollte unbedingt schauen, von wann der Vertrag ist. Verträge, die schon fünf oder mehr Jahre alt sind, bieten zuweilen erheblich weniger Schutz als aktuelle Angebote. Schon für 48 Euro im Jahr gibt es sehr gute Verträge.

Privathaftpflicht - wozu?
Eine Privathaftpflichtversicherung braucht jeder. Schon kleine Fehler können sonst den finanziellen Ruin bedeuten. Ein geringes Verschulden kann schwere Folgen haben. Der Verantwortliche muss dann Schadenersatz zahlen. Er haftet mit seinem gesamten Vermögen. Selbst Menschen mit hohem Einkommen droht die Überschuldung, wenn ihnen oder ihren Angehörigen ein folgenschweres Missgeschick unterläuft. Wird jemand schwer verletzt oder trägt sogar bleibende Schäden davon, kostet das schnell sechsstellige Summen. Privathaftpflichtversicherer übernehmen den Schadenersatz und bieten Rechtsschutz gegen unberechtigte Forderungen.

Es geht ganz schnell und kann jedem passieren: Beim Spiel mit dem Feuer fällt das brennende Streichholz auf den Synthetikteppich. Die Fahrradfahrt im Fußgängertunnel endet abrupt, weil plötzlich ein Passant zur Seite tritt. Bei der Do-it-yourself-Reparatur des Abflussrohrs unter dem Waschbecken verschiebt sich die Gummidichtung und lässt bei jedem Händewaschen etwas Wasser in die Wand sickern.

235 Versicherungstarife im Test
Finanztest hat 235 Privathaftpflichtversicherungstarife für Familien getestet. Seit dem Test 2012 sind die Verträge noch etwas besser geworden.

Wechsel lohnt sich
Wenn Sie bereits vor fünf oder mehr Jahren einen Vertrag abgeschlossen haben, sollten Sie besser wechseln und auf eine Versicherungssumme von mindestens 5 Millionen Euro achten. Die Tarifbedingungen sind heute in aller Regel besser. Selbst der Austausch von Verträgen, die noch keine fünf Jahre alt sind, kann sich lohnen. Wenn sich der Bedarf an Absicherung - etwa bei Kauf eines Hauses - verändert, muss die Police unabhängig vom Alter auf den Prüfstand.

Auswahl der besten Versicherungen
Die stärkste XXL-Police der Interrisk - damals wie heute einer der Spitzentarife im Finanztest-Vergleich - kostete im Jahr 2012 noch 129 Euro Beitrag im Jahr und aktuell nur 96 Euro. Die beste Absicherung für die ganze Familie bieten die Tarife XXL der Interrisk, Komfort und Komfort Vital der Helvetia (jeweils mit Baustein Plus) und Komfort der Asstel. Sie kosten zwischen 96 und 118 Euro im Jahr.

Nur 48 Euro kostet der ebenfalls sehr gute Exclusiv Fair Play von Schwarzwälder Direkt.

Was bieten neue Policen?
Vor allem beim Versicherungsschutz für Schäden an geliehenen Sachen haben die Anbieter nachgelegt. Wenn zum Beispiel die vom Nachbarn geliehene Kamera kaputtgeht, können Versicherte den Schaden geltend machen. Voraussetzung ist die ausdrückliche Regelung in den Versicherungsbedingungen. In alten Verträgen fehlt die Klausel meist.

Statt drei Millionen Euro sollte die Versicherungssumme jetzt mindestens fünf Millionen Euro betragen. Millionen Euro teure Schäden sind selten, kommen aber vor. Das Preisniveau hat sich trotz des verbesserten Schutzes nicht geändert. Im Einzelfall sind die Tarife sogar günstiger geworden.

Das sollte der Tarif unter anderem absichern
Allmählichkeitsschäden: Schäden in Wohnungen und Häusern, die durch Feuchtigkeit, Ruß, Rauch oder Staub im laufe der Zeit entstehen, sollten mindestens bis zu einer Höhe von fünf Millionen abgedeckt werden.

Häusliche Abwässer: Die Versicherung sollte für Schäden durch Wasser wie nach einem Rohrbruch oder einem geplatzten Waschmaschinenschlauch bis mindestens fünf Millionen übernehmen.

Computer: Gegen unbeabsichtigt übertragene Computerviren sollten Sie in Höhe von 50.000 Euro versichert sein.

Hüten fremder Hunde und Pferde: Die Schutz fremder Tiere sollte bis fünf Millionen gelten. Wenn ein Kind gebissen wird, könnte der Hundesitter dafür haftbar gemacht werden.

Mietsachschäden: Der Schutz muss in der eigenen Mietwohnung, als auch in einer gemieteten Ferienwohnung, Ferienhaus oder gepachteten Schrebergarten gelten. Abgesichert sein sollten mindestens 300.000 Euro Schaden.

Schutz im Ausland: Der gesamte Versicherungsschutz sollte auch im Ausland in voller Höhe gelten.

Wichtig für Hausbesitzer
Bei Bauvorhaben von 100.000 Euro sollten Schäden bis zu fünf Millionen Euro versichert sein.

Schäden durch einen oberirdischen Heizöltank bis zu 5000 Litern brauchen eine Absicherung bis fünf Millionen Euro.

Wer eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach betreibt, braucht eine Absicherung in Höhe von fünf Millionen Euro.

Wichtig für Mieter
Beim Verlust von fremden privaten Schlüsseln sollten Schäden bis zu einer Höhe von 10.000 Euro versichert sein.

Wichtig für Arbeitnehmer
Versichert sein sollten Schäden bis zu einer Höhe von 10.000 Euro. Das gilt zum Beispiel für den Verlust der beruflichen Schlüssel.

Kündigung
Sie können Ihren Vertrag bis zu drei Monate vor Ablauf der Versicherungsperiode kündigen. Sonst verlängert er sich.

Partnerschaft
Wenn Sie mit Ihrem Partner zusammenziehen, benötigen Sie nur einen Vertrag. Manchmal können selbst Unverheiratete den Vertrag vorzeitig kündigen. Einen Anspruch, vorzeitig auszusteigen, haben nur Ehepaare.