Düsseldorf (AFP) l In vielen Packungen mit Kaffee-Pads oder Teebeuteln steckt vor allem Luft. Das kritisierte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen am Mittwoch nach der Untersuchung von 33 Produkten. Bei knapp einem Drittel der getesteten Waren habe das Produkt weniger als die Hälfte der Verpackung gefüllt. In zwei Beuteln mit Kaffee-Pads habe der Luftanteil satte 60 Prozent betragen.

Die Verbraucherschützer hatten nach eigenen Angaben gezielt Packungen gesucht, die nach einer geringen Füllhöhe aussahen. In zehn Geschäften vom Discounter bis zum Bioladen kauften sie 13 Sorten Kaffee-Pads und 20 andere Getränkeprodukte zum Anrühren oder Aufbrühen, etwa Kakaopulver und Teebeutel.

Im Schnitt hätten die Packungen 43 Prozent Luft enthalten, bemängelte die Verbraucherzentrale. In die Kaffee-Pad-Beutel sei jeweils so viel Luft gefüllt worden, dass die Pads nicht mehr zu ertasten gewesen seien. Bei mehreren Aufgussgetränken habe ein großer Karton mehr Inhalt vorgegaukelt, als tatsächlich vorhanden war.

Es sei verboten, Kunden mit raffinierten Verpackungen über die enthaltene Produktmenge zu täuschen und so zum Kauf zu animieren, erläuterten die Verbraucherschützer. Eine eindeutige gesetzliche Vorgabe, wie viel von einem Produkt in einer Packung vorhanden sein muss, fehle aber.

Der Gesetzgeber müsse vorschreiben, "dass jede Verpackung möglichst bis zum Rand beziehungsweise zur Naht befüllt ist", erklärte der Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, Wolfgang Schuldzinski. Ausnahmen dürfe es nur geben, "wenn es nachweislich technisch nicht anders geht". Schuldzinski forderte die Lebensmittelhersteller auf, schon jetzt freiwillig ihre Verpackungen umzugestalten.