Berlin (dpa) l Guter Räucherlachs kann richtig günstig sein - oder sehr teuer. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der "Stiftung Warentest", die 20 Räucherlachsprodukte getestet hat, darunter 16 Mal Zuchtlachs und 4 Mal Wildlachs ("test"-Ausgabe Januar 2015). Besonderes Augenmerk legten die Tester dabei auf die sensorische Qualität, also auf Geschmack, Geruch und Aussehen. Demnach sollte ein Räucherlachs nicht "fischig" riechen oder schmecken und "buttrig" auf der Zunge zergehen.

Testsieger wurde eines der günstigsten Produkte vom Discounter. So kostet der Zuchtlachs von Lidl/Odin Seafoods nur 1,65 Euro pro 100 Gramm, sensorisch beurteilten die Tester ihn aber mit einer glatten 1,0. Auch sonst hatten sie kaum etwas auszusetzen, so dass es das einzige Produkt mit der Endnote "sehr gut" (1,5) war.

Beim Wildlachs siegte der mit 16,80 Euro pro 100 Gramm weitaus teuerste. Der Rote Königslachs von der Fischtheke im Berliner KaDeWe kam sensorisch auf die Note 1,5 und verfehlte im Gesamturteil mit 1,7 knapp das "Sehr Gut". Unter den weiteren drei Wildlachs-Fabrikaten gab es einmal ein "Befriedigend", ein "Ausreichend" und ein "Mangelhaft". Beim Zuchtlachs schnitten immerhin neun Produkte mit "gut" ab, vier mit "befriedigend", eines mit "ausreichend" und eines mit "mangelhaft".

Zwei Produkte im Test erwiesen sich noch vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums als mikrobiologisch auffällig. In einem Fall wiesen die Tester Enterobakterien nach, die zwar gesundheitlich nicht bedenklich seien, aber auf Hygienemängel hinweisen könnten. Ebenfalls einmal wurden im Zuchtlachs Listerien entdeckt, die zwar für gesunde Erwachsene unproblematisch seien, für Schwangere, Neugeborene oder Immungeschwächte aber gefährlich werden könnten.

Ein Wildlachs fiel negativ durch die hohe Anzahl an Fadenwürmern auf, die die Grenzwerte deutlich überschritten, so Stiftung Warentest.